Berlin - Peyton Sivas Körpersprache war eindeutig. Und auch wenn Alba Berlins nach dem Spiel lieber mit Worten geizte, so hatte dieses eine in Bezug auf sein Gefühlslage viel Wucht: „Schrecklich“, antwortete der 30-Jährige als er seine Gedanken beschreiben musste. Man hätte, wenn man den Kontext nicht kannte, denken können, er hätte gerade ein Finale um einen Titel oder zumindest ein entscheidendes Spiel zum Erreichen der Playoffs verloren. Dabei geht es für Alba Berlin in der Euroleague um nicht mehr so viel.

Siva sauer über eine eigene Leistung

Die Runde der besten acht Mannschaften wäre auch mit einem Sieg am Donnerstag kaum erreichbar gewesen. Sportlich gesehen, handelte es sich also um eine verschmerzbare Niederlage, da sie ohne Folgen bleibt. Es ehrt den US-Amerikaner und seine Arbeitseinstellung, dass er im Angesicht des 80:84 gegen Olympiakos Piräus so bitter enttäuscht daher kam, dass er in erster Linie die eigene Leistung in der zweiten Halbzeit kritisierte. Aus dem Feld hatte er nur noch Fahrkarten geworfen, lediglich einen Freiwurf im Korb unterbringen können. Er hätte die Mitspieler am Korb besser in Szene setzen müssen und besser auf den Ball achten sollen, erzählte Siva mit versteinerter Miene.

Auch wenn es für ihn und Alba Berlin in der Euroleague nicht mehr um viel geht, nimmt die Mannschaft jeden Sieg gerne mit. Im Duell mit Mannschaften, die über ein höheres Budget und in Folge dessen über einen qualitativ höherwertig besetzteren Kader verfügen, schmeckt jeder Sieg doppelt so gut. Das ist vergleichbar mit einem Erfolg in der Fußball-Bundesliga gegen den FC Bayern München, den 90 Prozent aller Gegner diebisch feiern würden. Nun ist Olympiakos Piräus nicht mit dem FC Bayern München zu vergleichen, im Basketball aber dennoch ein Schwergewicht, gegen das Alba Berlin eine negative Bilanz vorzuweisen hat.

Europäische Saison endet am 8. April

Und wenn man dann dicht an einem Sieg ist, aber nicht verliert, weil der Gegner an diesem Tag deutlich besser war, ist der Frust von Peyton Siva nur verständlich. Zumal die Spiele in der Euroleague noch eine wichtige Rolle auf nationaler Ebene erfüllen müssen. Wenn die europäische Saison am 8. April für Alba Berlin endet, geht „es in Deutschland weiter und da müssen wir jedes Spiel mitnehmen, weil wir keine Zeit für richtiges Training haben“, sagt Malte Delow mit Blick auf den Sonntag. Da müssen die Berliner in der Bundesliga in Frankfurt ran und den Frust vom Donnerstag in positive Energie umwandeln.