Ein brisantes Duell: Albas Peyton Siva (r.) gegen Münchens Nihad Dedovic.
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BerlinAn diesem Sonntag begehen die beiden besten Basketballklubs Deutschlands ein rundes Jubiläum. Alba Berlin gastiert beim FC Bayern München, es ist das 50. Pflichtspiel der beiden Mannschaften. Es ist ein Duell mit Historie, weniger wegen der Anzahl der Begegnungen, sondern vielmehr wegen einer geradezu natürlichen Brisanz.

Der traditionsreiche Klub aus Berlin, der seit bald 30 Jahren stets die nationalen Playoffs erreichte, tritt an beim aufstrebenden Klub aus München, der Saison für Saison seinen Etat und seine Ansprüche in die Höhe schraubt. Nach Siegen steht es 29:19 für die Bayern bei einem Remis aus dem Europapokal. Die Bayern führen auch beim Geld, schätzungsweise 25:15 Millionen lautet das Resultat beim Etat.

Es ist das Duell der Konzepte, hinter dem auch die Frage steht, wie Profisport zu interpretieren sei, wie sein Charakter sei, wo die Grenze verlaufen sollte zwischen der sportlichen Show, der Qualität der Vermarktung also, und der sportlichen Leistung, der Qualität der Spiele somit.

Alba ist Vorletzter in der Europaleague

Alba und der FC Bayern gehören zu den 18 Mannschaften der Euroleague, der kontinentalen Eliteliga. Alba belegt nach sieben Spieltagen und sechs Niederlagen den vorletzten Platz. Am Donnerstag gab es ein 78:104 bei Makkabi Tel Aviv. Die Bayern bewegen sich mit drei Erfolgen und vier Niederlagen im Mittelfeld. Am Freitag verloren sie bei Fenerbahce Istanbul 82:90.

Das bisher schwache Abschneiden der Berliner im internationalen Vergleich liegt am engen Takt, in dem sie zwischen Euroleague und Bundesliga pendeln und der ihnen stärker zusetzt als den Münchnern. 66 Begegnungen fallen insgesamt in den Hauptrunden beider Wettbewerbe an. Körper und Konzentration werden beansprucht. Schwer wiegt dabei, dass Alba ein Team der Lernenden ist.

Training ist für die Mannschaft von Coach Aito Garcia Reneses entscheidend, um Fehler aus vorangegangenen Partien aufzuarbeiten, um Schwächen auszugleichen. Bei drei Auftritten pro Woche kommt dieses Training allerdings zu kurz.

Kritik am System

Der FC Bayern dagegen ist ein Team der Arrivierten. Greg Monroe und Paul Zipser haben in der NBA gespielt. Danilo Barthel, Vladimir Lucic, Nihad Djedovic – die Liste der erfahrenen Bayern-Profis ist lang. Sie können mit der hohen Belastung umgehen, können dosieren und auf den fünf Positionen rotieren.

Die meisten Europaligisten spielen zudem in kleineren und weniger fordernden nationalen Ligen als die beiden deutschen Topklubs. Makkabi Tel Aviv oder ZSKA Moskau können ihren Fokus auf die geschlossene Gesellschaft namens Euroleague richten.

Albas Geschäftsführer hat unlängst gesagt, die Gestaltung der Wettbewerbe, die Zahl der Spiele vor allem, müsse aus der Sicht der Spieler betrachtet werden. Am System wird sich vorerst kaum etwas ändern, damit auch nicht am Programm der Profis. Bleibt als Lösung die Münchner Methode. Und für Baldi die Hoffnung, dass seine Lernenden eine schnelle Auffassungsgabe haben. Damit Alba auch im kommenden Jahr als zweiter Bundesligist in der Euroleague mitmachen darf.