Berlin - So sehr sich Alba Berlin auch mühte – den Schlusspunkt setzte DJ Seeley. Mit einem Dreier 21 Sekunden vor Ende bescherte der Point Guard des FC Bayern München seinem Team einen 76:66-Erfolg in Spiel zwei Finalserie um die deutsche Meisterschaft. Mit jeweils einem Sieg fahren beide Teams nach München, wo sie sich bereits am Sonnabend (15 Uhr) zum dritten Duell gegenüberstehen.

Alba Berlin startete mit dem frischen Peyton Siva in die Partie, Christ Koumadje gehörte diesmal nicht zum Team. Der Center musste von außen zusehen, wie die Bayern die Niederlage vom Vorabend gut weggesteckt hatten und von Beginn fokussiert zu Werke gingen. Die Leistungsträger Vladimir Lucic und Wade Baldwin führten ihr Team offensiv an.

Gemeinsam mit ihren Teamkollegen bearbeiteten sie die Berliner mit hoher Intensität in der Verteidigung und ließen keine einfachen Würfe zu. Jeden Versuch mussten sich die Gastgeber hart erarbeiten, wurden teilweise zu Notwürfen mit Ablauf der 24-sekündigen Angriffszeit gezwungen. Ein 12:0-Lauf der Bayern zum 18:6 konnte erst nach viereinhalb punktlosen Minuten von Luke Sikma durch einen verwandelten Freiwurf beendet werden. Aber auch danach war der Korb wie vernagelt, Zweier, Dreier, Korbleger – nichts ging rein. Beim Stand von 7:20 nach dem ersten Viertel hatten die Berliner alle sieben Dreier daneben gesetzt. Der Rückstand von 13 Punkten war bei dieser katastrophalen Offensivleistung fast noch schmeichelhaft.

Dem Alba-Spiel fehlte es auch bis Mitte des zweiten Abschnitts an Emotionen – positiv wie negativ. Gut 22 Stunden nach dem Sieg im ersten Spiel wirkten die Berliner nicht bereit für den zweiten Schritt zur Meisterschaft. Der Alley-Oop-Dunking von Jalen Reynolds zum 10:29 nach 14 Minuten wirkte hingegen wie ein Ausdruck der Münchner Entschlossenheit an diesem Abend. In seiner Wirkung aber war er weniger weitere Motivation für das eigene Team, sondern viel mehr ein Weckruf für die Berliner, die mit einem 12:0-Lauf antworten. Zur Halbzeit hatten die Gastgeber sich wieder auf 26:35 herangearbeitet, trotzdem gab es in den fast zwölf Minuten in der Kabine offenbar viel Redebedarf.

Ben Lammers hatte augenscheinlich am besten zugehört und war maßgeblich daran beteiligt, dass Alba Berlin im dritten Viertel durch einen 12:0-Lauf einen 34:42-Rückstand in eine 46:42-Führung umwandelte. Von da an war die Partie wieder völlig offen, am Ende aber siegten diesmal die Münchner.