Alba Berlin: Kendall führt Alba zum Sieg

Auf der Ehrenrunde war Sasa Obradovic wieder versöhnt mit seiner Mannschaft, der Welt des Basketballs, Alba Berlins Welt. Der Coach lächelte über das ganze Gesicht. 86:73 (45:33) hatte seine Mannschaft am Sonnabend in der Arena am Ostbahnhof den Mitteldeutschen BC besiegt. „Ein sehr enges Spiel“, wie Albas Center Levon Kendall feststellte, kurz nachdem er zum Mann der Partie auserkoren worden war. Der Schlüssel zum Erfolg sei die Verteidigung gewesen. „Wir waren aggressiver.“

Die Partie hatte begonnen, wie ein hartes Stück Arbeit eben beginnt. Alba hatte die Gäste aus Weißenfels, als Sechzehnter der Bundesligatabelle angereist, permanent im Nacken. Im Wortsinn und damit auch im nummerischen Vergleich. 19:13 stand es nach dem ersten Viertel. Der zweite gestaltete sich zwar etwas erfreulicher für die Berliner, in der 14. Minute hatten sie beim 27:16 einen Vorsprung von elf Zählern. Zufrieden war Trainer Sasa Obradovic allerdings keineswegs.

Besonders deutlich wurde das für die 11 075 Zuschauer in der Arena bei einem Disput mit Power Jan Jagla. Obradovic hatte den Power Forward nach einem Foul auf die Bank zurückgeholt. Jagla hatte zuvor den Weißenfelser Angelo Caloiaro entwischen lassen. Obradovic tobte an der Seitenlinie entlang, schrie, gestikulierte. Später entlud sich sein Unmut in einigen Schlägen auf die Werbebande; diesmal hatte Power Forward Sven Schultze eine unglückliche Szene gehabt.

Es war offensichtlich, dass Leon Radosevic nicht dabei war. Der Kroate war am Mittwoch im Eurocup umgeknickt und fällt voraussichtlich sechs Wochen wegen einer Bänderverletzung im Fuß aus. Es gab jedoch auch Erfreuliches für Obradovic zu beobachten. Wie gewohnt der Auftritt von David Logan (14 Punkte). An der Seite des Spielmachers zwei weitere zuverlässige Kräfte in der Offensive. Cliff Hammonds erwies sich als ständiger Unruheherd am gegnerischen Korb. Er erzielte insgesamt 16 Punkte. Und wie schon beim 71:68-Sieg im Eurocup am Mittwoch gegen Saragossa hatte Reggie Redding eine sichere Hand (16 Punkte). Redding war es dann auch, der in der 35. Minute Albas 53:41-Führung erzielte.

Kurz darauf war Levon Kendall zur Stelle. Aus der Mitteldistanz verfrachtete er den Ball zum 55:43 ins Ziel und war eine Szene später an der Freiwurflinie zwei Mal erfolgreich (26.). Der kanadische Center scheint Fuß zu fassen in der Mannschaft, zu der er als letzter Profi vor dem Saisonstart gestoßen war. Durch den Ausfall von Radosevic ist auch er stärker gefordert. In der Defensive stellte nach wie vor Angelo Caloiaro das Alba-Team vor Probleme. Beim Versuch, ihn zu stoppen, war nicht selten ein Foul das letzte Mittel. Ende sollten am Ende 21 Punkte auf sein Konto gehen.

Der Vorsprung war alles andere als komfortabel, und er schrumpfte. Kurz vor Ende des dritten Viertels stand es nur noch 63:59. Es galt, das harte Stück Arbeit in den letzten zehn Spielminuten zu einem guten Ende zu bringen. Das dies der unbedingte Wille der Berliner war, zeigte sich besonders schön Mitte des Schlussdurchgangs. Erst zog Vojdan Stojanovski unwiderstehlich zum Korb und drückte den Ball zum 73:66 durch den Ring, dann gelang Levon Kendall ein Block Hrvoje Kovacevic. Klatschpappenzeit in der Arena am Ostbahnhof. Der Kampf ging weiter. Als Kendall zwei Minuten einen Distanzwurf zum 83:71 verwandelte, seine Punkte 14, 15 und 16, da war die Tendenz klar – und der Abend für Alba gerettet.