Peyton Silva heizt den Fans und der Mannschaft von Alba Berlin ein.
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Berlin-FriedrichshainDass ein getroffener Freiwurf zur 48:47-Führung vier Minuten vor Ende des dritten Viertels solche Emotionen auf den Rängen und dem Feld freisetzen würde, hätte vor dem Spiel wohl niemand erahnt. Da Alba Berlin im Spiel gegen den Mitteldeutschen Basketballclub (MBC) damit aber einen zwischenzeitlichen 15-Punkte-Rückstand gedreht hatte, wurde es am Sonntag in der Arena am Ostbahnhof so richtig laut. Um den 82:77-Sieg, der für Alba den Einzug in das Halbfinale um den BBL-Pokal bedeutete, mussten die Berliner aber bis zum Abpfiff kämpfen.

Vor allem wegen einer ersten Halbzeit über die bei Alba wohl jeder gerne den Mantel des Schweigens ausbreiten wollte. Liefen die ersten vier Minuten mit Blick auf das Ergebnis noch recht ordentlich, so waren auch dort schon Anzeichen dessen zu erkennen, was das Duell mit der Mannschaft aus Weißenfels prägen sollte. Alba tat sich nicht nur mit der körperlichen Präsenz der Gäste schwer, sondern wirkte auch gedanklich noch ganz woanders. Lediglich zwei von 14 Dreipunktwürfen gingen in und nicht auf den Korb, das Reboundduell wurde mit 14:26 deutlich verloren, und aus einer 11:8-Führung wurde zwischenzeitlich ein 22:37-Rückstand (19.). Bei allen Zahlen aber war das größte Plus des MBC die Energie.

Jede Aktion bringt Energie

Genau die hatte dem Spiel der Berliner vor dem Seitenwechsel gefehlt und war erst danach zu sehen. Allen voran bei Jonas Mattisseck und Niels Giffey, die wichtige Akzente setzten. Jeder Ballgewinn, jede erfolgreiche Aktion, jeder Fehler des Gegners wurde genutzt, um daraus positive Energie zu ziehen und mit emotionalen Gesten das Spiel in eine andere Richtung zu drehen. Und trotzdem musste bis zum Ende um den Sieg gezittert werden.