Berlin - Puh, ein paar Zentimeter weiter rechts und Alba Berlin wäre in ein fünftes Spiel gestolpert. Im Stile eines angeschlagenen Boxers wankte der deutsche Meister in der Schlussphase des vierten Playoff-Halbfinals gegen Ulm. Und wäre diese Dreier von Patrick Heckmann auch noch in den Korb gefallen, es hätte auch noch ein fünftes Spiel in dieser Serie gegeben. So aber konnte sich Alba Berlin zu einem knappen 77:75-Sieg retten und wird im Finale ab nächste Woche Mittwoch auf Bayern München treffen. „Wir wussten, dass es nicht einfach wird“, sagte Jayson Granger bei MagentaSport, „es war sehr hart. Jetzt freuen wir uns auf das Finale gegen die Bayern, wo wir nach der Pokalniederlage um einen weiteren Titel spielen können.“

Alba Berlin mit stotterndem Offensivmotor

Anstelle des Eröffnungs-Dunkings war es diesmal ein Dreier, mit dem Alba Berlin in ein Spiel startete. Und als im nächsten Angriff auch der erste Zweier drin war, schienen die Berliner genau dort anzuknüpfen, wo sie im letzten Viertels des dritten Spiels aufgehört hatten. Aber: Der Alba-Motor schaltete im Anschluss in den Stotter-Modus. Egal ob freie Korbleger oder gut verteidigte Würfe – in den kommenden fast fünfeinhalb Minuten wollte der Ball einfach nicht in den Ulmer Korb. Kapital konnten die Gastgeber aber daraus nur bedingt schlagen. Auch wenn sie aus dem 0:5-Rückstand eine 7:5-Führung machten, hatten auch die Ulmer offensiv Probleme.

Es brauchte erst die Einwechslung von Christ Koumadje und dessen offensiven Einfluss auf die Partie, damit sich am Spielstand etwas änderte. In zwei Angriffssequenzen hatte der Alba-Center sein Team mit 10:7 in Führung gebracht. Und auch Niels Giffey fand schnell einen guten Rhythmus. Doch das galt auch diesmal nicht für die komplette Mannschaft und erst recht nicht für einen längeren Zeitraum.

Auch wenn sich Alba Berlin das erste Viertel mit 20:15 holen konnte, riss der Faden im zweiten Abschnitt schon wieder. Ein kleiner Ulmer 7:0-Lauf drehte die Partie in die andere Richtung und sollte nicht der letzte seiner Art bleiben. Ausgeglichen (36:36) ging es in die Kabinen, aber Alba Berlin startete nach dem Seitenwechsel wieder besser. Erneut fielen die Würfe und die Berliner hatten sich nach viereinhalb Minuten eine 46:38-Führung erspielt. Die Ulmer Antwort darauf: Ein 9:0-Lauf, der die Partie abermals drehte.

Kräfteverschleiß bei beiden Teams zu sehen

Der Kräfteverschleiß einer Serie im Zwei-Tage-Rhythmus war auf beiden Seiten zu sehen. Licht und Schatten, Treffer und Fehlwürfe wechselten sich munter ab und sollten die Zuschauer bis zum Ende begleiten. Bei noch 9:40 Minuten war die Partie beim Stand von 53:53 ausgeglichen, in Spiel vier war dieser Spielstand bei noch exakt zehn Minuten auf der Anzeigetafel zu lesen. Und auch diesmal fand Alba Berlin noch einmal etwas mehr Energie als der Gegner. Mit einem 10:0-Lauf war aus einem 58:60-Rückstand eine 68:60-Führung geworden.

Doch Ulm, das hatten schon die vorherigen drei Spiele gezeigt, gab sich nicht auf. Andi Obst und Dylan Osetkowski hielten ihre Mannschaft mit erfolgreichen Dreiern in Schlagdistanz und die Berliner leisteten sich Fehler wie den Ballverlust von Jayson Granger nach einem Einwurf. Alba wankte gewaltig, konnte sich aber ins Ziel retten.