Albas Niels Giffey lässt Belgrads Branko Lazic nicht an den Ball.
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BerlinLuke Sikma bekam sich gar nicht mehr ein. Energisch redete Alba Berlins Flügelspieler auf Jonas Mattisseck ein. Auch beim Gang auf die Bank war das Duo in regem Informationsaustausch. Knapp fünf Minuten vor dem Spielende gegen Roter Stern Belgrad hätte man beim alleinigen Blick auf diese Diskussion das Gefühl haben können, Alba Berlin würde in Rückstand liegen. „Es ging um eine Blocksituation, wo ich hätte besser kommunizieren müssen“, sagte Mattisseck. Die Szene allein aber täuschte: Mit 81:69 lagen die Gastgeber in Führung, konnten wenig später mit 93:80 (21:15, 25:19, 21:20, 25:26) ihren dritten Sieg in der aktuellen Euroleague-Saison feiern.

Die Berliner wirkten im ersten Heimspiel nach drei Auswärtsauftritten in Folge hellwach und treffsicher. Aus einem 10:4 wurde nach kleinem Zwischentief der erste zweistellige Vorsprung (21:11). Im Angriff hatten vor allem Rokas Giedraitis (sieben Punkte) und Martin Hermannsson (sechs) den größten Berliner Output und damit den Hauptanteil, dass Alba das erste Viertel mit 21:15 für sich entscheiden konnte.

Auch im zweiten Abschnitt erwischten die Gastgeber den besseren Start. Innerhalb von 97 Sekunden legten die Berliner einen 8:0-Lauf auf das Parkett der Arena am Ostbahnhof und zwangen die Gäste somit zu einer frühen Auszeit.

Belgrad wird agressiver

Gerade mit der aggressiven Verteidigung der Berliner, bei der der ballführende Spieler häufig gedoppelt wurde, hatten die Belgrader ihre Probleme. Trotz einer katastrophalen Dreierquote (12 Prozent) und einem konstant zweistelligem Rückstand, der bis zur Halbzeitpause auf 32:46 aus Gästesicht gewachsen war.

Für zusätzliche Emotionen auch im Alba-Fanblock sorgte die nach dem Seitenwechsel etwas härtere Gangart der Belgrader. Leidtragender davon war vor allem Johannes Thiemann, der gleich mehrfach das Parkett aus nächster Nähe zu sehen bekam und zwischenzeitlich auch von den medizinischen Betreuern auf die Bank geführt werden musste. Nicht nur an Intensität hatten die Gäste zugelegt, sondern auch ihre Trefferquoten verbessert.

Aber: Bis auf weniger als acht Punkte (38:46) konnten sie den Rückstand allerdings nicht verkürzen. Auch nicht, weil auf Seiten der Berliner gleich vier Spieler doppelt gepunktet hatten. Und auch im letzten Viertel ließ sich Alba den Sieg nicht mehr nehmen. Diskutiert wurde trotzdem. „Es ist wichtig, dass man die Dinge auch in so einer Phase richtigstellt“, sagte Jonas Mattiseck und ging lächelnd in die Kabine.