Duett am Brett: Landry Nnoko von Alba Berlin übertrumpft Frankfurts Gytis Masiulis. 
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MünchenDie Leidenszeit ist vorüber für Alba Berlin. Die Zeit des leidvollen Wartens auf den Beginn des Spielbetriebs. Am gestrigen Sonntag absolvierten die Berliner Basketballer ihre erste Partie nach der Corona-Pause. In München gewannen sie gegen die Skyliners Frankfurt 81:72, wenn auch mit Mühe. „Es war erwartet holprig, aber trotzdem haben wir einen Weg gefunden. Der erste Schritt ist gemacht“, sagte Albas Geschäftsführer Marco Baldi. An diesem Dienstag geht es gleich schon weiter. Dann steigt das Prestige-Duell gegen Bamberg. Weitere Gegner sind Ludwigsburg und Vechta. Der Weg zum Titel bleibt knifflig.

Knifflig hatte er auch gegen die Frankfurter begonnen. Es war ja nicht so, dass Trainer Atio Garcia Reneses nicht gewarnt hätte. Ohne Testspiele, hatte der Spanier gesagt, sei eine Standortbestimmung vor dem Start in das Münchner Turnier kaum möglich. Und tatsächlich: Alba tat sich zu Beginn schwer. 16:23 verloren die Berliner das erste Viertel gegen die Skyliners. Vom reinen Ergebnis her kein Drama, doch immerhin eine Hypothek, an der sie zu tragen hatten.

Reneses jedoch war mutig genug, die Partie mit einem Rückkehrer zu starten. Er berief Stefan Peno in die Anfangsformation, der nach einem Bänderriss seit anderthalb Jahren nicht mehr für Alba am Ball gewesen war, sich aber ganz ordentlich einführte mit fünf Punkten im ersten Viertel. Darunter ein Dreier.

Zu den Stützen der Mannschaft avancierten natürlich andere. Landry Nnoko und Johannes Thiemann setzten wichtige Akzente unter den Körben, Nnoko vor allem als Punktesammler, 13 Zähler waren es am Ende, Thiemann als Rebound-Sammler. Auch Spielmacher Peyton Siva dirigierte und reboundete, traf dazu noch drei wichtige Dreier. Und Luke Sikma brachte es insgesamt sogar auf zehn Rebounds.

Überhaupt die eingesammelten Abpraller, sie machten am Ende einen entscheidenden Faktor aus. Das Duell an den Brettern entschied Alba 47:34 für sich. Und auch die Partie selbst bekam gegen Ende des dritten, zu Beginn des vierten Viertels einen neue Dreh.

Alba setzte sich ab. Drei Minuten im Schlussdurchgang waren absolviert, da lag das Team von Coach Reneses mit zehn Zählern vorn. Das 68:58 erzielte Siva, erneut aus der Distanz, Nnoko hatte die Korbvorlage geliefert. Frankfurt kämpfte, kam wieder heran, auf fünf Punkte gut eine Minute vor Schluss (72:75). Es war Luke Sikma, der aus der Nahdistanz für Entlastung sorgte. Alba glückte am Ende der Start in das Turnier.

Er glückte deutlich besser als dem Gastgeber Bayern München, dem Titelverteidiger, dem Favoriten, der sich gegen Ulm geschlagen geben musste. Ganz unstandesgmäß mit zehn Punkten Differenz (85:95). Mia san mia ist das Motto der Bayern, es ist auch das Motto eines Turniers vor Geisterkulisse und unter den schwierigen Bedingungen einer Quarantäne. Wer sich am besten auf die eigenen Stärken besinnt, macht am Ende das Rennen.