Berlin - In der regulären Spielzeit nicht einmal in Rückstand gewesen und am Ende doch verloren. Weil Alba Berlin wenige Sekunden vor dem Ende den Ausgleich kassierte, im Anschluss selbst nicht traf, ging in der Euroleague ein Spiel beim FC Bayern München am Freitagabend in der Verlängerung mit 95:101 verloren, das doch eigentlich schon gewonnen schien. 

Schon die Vorzeichen vor dem Duell mit den Bayern hatten nicht gut ausgestanden. Mit Peyton Siva und Jayson Granger fehlten die beiden erfahrensten Point Guards verletzungsbedingt, viele Spieler waren nicht mehr übrig, die das Zepter im Spielaufbau schwingen können. Zumindest keine, die einen ähnlichen Spielstil auf das Feld zaubern. Also war Alba Berlin wieder einmal zum Improvisieren gezwungen und setzte den Plan perfekt um. Angeführt von Maodo Lo, der an früherer Wirkungsstätte den punktenden und von den Bayern nicht zu stoppenden Anführer gab. Sieben Punkte erzielte Lo im ersten Viertel, war von der lethargisch wirkenden Verteidigung der Münchner nicht zu stoppen. 

Bayern mit mehr Energie in der zweiten Hälfte

Die Berliner leisteten sich keinen Ballverlust, trafen solide und waren sogar stärker im Rebounding. Während sich die Gastgeber durch die zwei Fouls von Wade Baldwin früh in Probleme brachten, lag Alba mit 9:0 in Führung, holte sich den ersten Abschnitt mit 26:10, die erste Hälfte mit 43:33. „Wir waren im ersten Viertel völlig leer, im zweiten Viertel war es etwas besser“, sagte Bayern-Trainer Andrea Trinchieri in der Halbzeitpause, „manchmal müssen die Spieler spielen.“

Seine Mannschaft schien seinen Worten in der Kabine sehr gut gelauscht zu haben, brachte nach dem Seitenwechsel deutlich mehr Energie in der Defensive. Auch dadurch verdoppelte sich die Zahl der Berliner Ballverluste aus der ersten Hälfte allein in den ersten drei Minuten des dritten Viertels, in denen die Bayern auf 46:48 verkürzen konnten. Es hätte in den vergangenen Jahren Spiele gegeben, in denen die Partie jetzt gekippt wäre. Die Berliner Mannschaft des aktuellen Jahrgangs zeigt sich von gegnerischen Läufen unbeeindruckt und hält gegen. Alba ging mit einem 66:58-Vorsprung in das entscheidende Viertel und schraubte die Führung innerhalb weniger Sekunden sogar auf 71:58. Doch war in dieser Partie längst nichts entschieden. Weil die Münchner im Kampf um die Play-off-Plätze nicht verlieren durften und erst in der Verlängerung zum ersten Mal in Führung gingen. Und diese nicht mehr hergaben.