Landry Nnoko (l.) kämpfte wie alle Albatrosse, verlor aber dennoch.
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Berlin-FriedrichshainDer rote Teppich für das Fernsehinterview mit Makai Mason war eigentlich schon ausgerollt. In seinem besten Spiel für Alba Berlin dem Sieg ganz nah gebracht, doch Maodo Lo hatte etwas dagegen. Mit einem Dreier schickte er die Gastgeber 2,8 Sekunden vor dem Ende in die Verlängerung. Auch dort lieferte Mason ein gutes Spiel, musste sich aber mit seinem Team knapp mit 76:77 gegen den FC Bayern geschlagen geben. Im 14. Spiel der Euroleague war es die zehnte Niederlage für Alba.

Das, was beide Mannschaften zu Beginn der Partie zeigten, bezeichnet man in anderen Sportarten gerne mal als nervöses Abtasten. Während sich bei Alba Fehlwurf an Fehlwurf reihte, leisteten sich die Bayern mehrere Ballverluste. Natürlich war das auch auf dem Videowürfel der mit 11.229 Zuschauern gut gefüllten Arena am Ostbahnhof abzulesen. Nach fünfeinhalb Minuten lagen die Berliner knapp mit 6:3 in Führung, ehe ihr Problem eingewechselt wurde: Greg Monroe. Nicht nur mit seinen vier Punkten und drei Rebounds nahm der Center großen Einfluss auf die Partie. In der Defensive erschwerte der US-Amerikaner mit seiner Präsenz die Berliner Wurfversuche in Korbnähe, während er seinen Gegenspielern in der Offensive Schwierigkeiten bereitete. Die letzten 4:38 Minuten des ersten Abschnitts, in denen Monroe auf dem Feld stand, gingen mit 16:4 an die Münchner. 18 Prozent aus dem Zweierbereich, 25 Prozent von der Dreierlinie und ein Reboundverhältnis von 9:14 waren aus Berliner Sicht keine Kennzahlen, um dieses Duell erfolgreich gestalten zu können.

Am Ende waren es unglückliche Situationen. Die Dreier vor der Verlängerung haben wehgetan.

Niels Giffey weiß, warum es für Alba nicht zum Sieg gereicht hat.

Die bis dahin stärkste Münchner Phase sollte auch nach der Viertelpause ihre Fortsetzung finden. Wie wohl sich die Bayern auf dem Feld fühlten, war vor allem dem Gesicht von Vladimir Lucic abzulesen, der Pfiffe, egal ob den Schiedsrichtern oder dem Publikum, mit einem süffisanten Lächeln quittierte. Die Berliner erreichten ihre Wohlfühltemperatur erst nach und nach. Und auch erst mal nur im Dreierbereich. Luke Sikma, Marcus Eriksson und Rokas Giedraitis trafen im zweiten Abschnitt zusammen vier Distanzwürfe und brachten ihr Team damit wieder in Schlagdistanz. In einer nicht gerade hochklassigen, dafür aber intensiv geführten und spannenden Partie ging Alba lediglich mit einem 28:30-Rückstand in die Kabine.

Das Spiel war nach der Pause gerade einmal 66 Sekunden alt, da hatte Lucic seinen zweiten Dreier verwandelt und den Abstand auf 36:28 ausgebaut. Und auch Monroe war einfach nicht unter Kontrolle zu bringen. Seine drei Wurfversuche in Korbnähe verwandelte der Center, und hätte er auch noch in zwei Situationen den Bonusfreiwurf nach einem Foul verwandelt, wäre der Münchner Vorsprung schon früher zweistellig geworden. So aber hatte Lucic die Ehre, mit drei verwandelten Freiwürfen vor dem Alba-Fanblock den Zwischenstand von 47:38 auf 50:38 zu stellen. Pfiffe und sonstige Ablenkungsversuche ließen ihn freilich eiskalt.

Der Berliner Antwort auf den höchsten Rückstand des Spiels hieß Mason. Mit acht Punkten, je einem Ballgewinn, angenommenen Offensivfoul und Assist hatte der Aufbauspieler fast im Alleingang für einen 10:0-Lauf gesorgt, der die Teams mit 48:50 aus Sicht der Gastgeber in das entscheidende Viertel gehen ließ. Alba war jetzt in der Partie und durch einen Zweier von Niels Giffey zum 52:50 sogar wieder in Führung. Plötzlich fielen die Dreier, die Bayern zeigten mit 24 Ballverlusten Nerven und Mason blieb treffsicher, verwandelte acht Freiwürfe. Alba hatte den Sieg in Hand, kassierte aber kurz vor Ende der regulären Spielzeit den Dreier von Maodo Lo zur Verlängerung. Auch da hatte Alba den Sieg in der Hand, aber Giffeys Wurf verfehlte mit Ablauf der Spielzeit den Korb.