Sie haben es auf dem schnellsten Weg erledigt. Die Basketballer Alba Berlin haben gegen die Baskets Oldenburg im dritten Spiel des Viertelfinales den dritten Sieg eingefahren. Das 87:77 (42:40) am Freitagabend war ein Spiegelbild der Playoffserie. „Das war alles andere als ein klassischer Sweep, nicht überdominant“, sagte Flügelspieler Niels Giffey. „Am Ende haben die größeren Kräfte gesiegt.“ Mithat Demirel meinte, sie hätten erneut in der ersten Hälfte nicht zu ihrem Rhythmus gefunden. „Das war eine zähe Serie“, sagte Albas Sportdirektor und verwies gleichzeitig darauf, dass dies das 66. Spiel der Saison gewesen sei. Jeder Tag Pause zählt also. Bis Sonntag kommender Woche haben sie nun Zeit, dann startet das Halbfinale in ihrer Halle. Der Gegner wird im Duell FC Bayern gegen Frankfurt ermittelt, in der Serie steht es 2:1.

Die Bedingungen waren eigentlich günstig für Alba, auch wenn es nicht jeder so sah. Die Gäste waren zwar mit Philipp Neumann, Nemanja Aleksandrov, Julius Jenkins und Maurice Stuckey nach Berlin gekommen, doch alle vier nahmen körperlich angeschlagen in Zivil auf der Reservebank Platz. „Es ist sehr schade, dass sie nicht mit dem vollen Kader gespielt haben“, sagte Albas Trainer Sasa Obradovic. „Denn mental ist die Vorbereitung in einer solchen Konstellation schwierig.“

Oldenburg hatte sich offensichtlich vorgenommen, den Berlinern so lange wie möglich Paroli zu bieten. Obradovic machte seinem Unmut wie gewohnt an der Seitenlinie Luft, so engagiert, dass er schließlich mit Rückenbeschwerden zur Pressekonferenz nach dem Spiel erschien. Als etwa Spielmacher Alex Renfroe ein Foul beging und auf diese Weise aus dem 21:18 der 21:20-Pausenstand wurde, war der Coach außer sich. Immerhin, auf Cliff Hammonds war Verlass und seine zehn Zähler in den ersten zehn Minuten eine Stütze für sein Team. Insgesamt sollte er am Ende auf 16 kommen und zum Mann des Spiels zu werden.

Bis zur Mitte des zweiten Viertels erspielte sich Alba einen leichten Vorteil, hatte dann aber Mühe, Oldenburgs Guard Casper Ware zu kontrollieren, der mit neun Punkten das 33:33 herstellte (16.). Absetzen konnten sie sich so nicht, auch nicht nach dem Seitenwechsel. Immer wieder kamen die Niedersachsen heran. Mit 18:12 entschied Alba den dritten Durchgang für sich, und als Reggie Redding in der letzten Szene des Durchgangs mit einem Block gegen Robin Smeulders das 60:52 zur letzten Pause gleichsam festhielt, schien dies ein Signal zu sein.

Für die Alba-Fans unter den 12 155 Zuschauern in der Arena jedenfalls. Ihr Gesang ließ sich nun lauter vernehmen. Als etwa Jamel McLean das 67:57 per Korbleger und anschließendem Freiwurf erzielte und sogleich das 69:57 nachlegte (34.). Der Power Forward war zwischenzeitlich mit dem Teamarzt in der Kabine verschwunden, konnte aber weitermachen und agierte nun, als sei nichts gewesen.

Es blieb ein harter Kampf, durchaus mit unterhaltsamen Momenten. In der 37. Minute zum Beispiel, als Redding mit Hilfe von Brett und Ring einen Dreier zum 77:64 in den Korb bugsierte. Der Widerstand der Gäste ließ nun nach. Zum 83:69 von Ismet Akpinar per Freiwurf feierten die Fans die Mannschaft bereits. Gesänge im Fanblock. Auf Wiedersehen am Sonntag kommender Woche um 17 Uhr. Gegner folgt.