Alba Berlins Johannes Thiemann kämpft mit Mathis Mönninghoff um den Rebound.
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BerlinEs soll ja Basketball-Fans geben, die sich fragen: Warum wird der Deutsche Meister eigentlich nicht immer nach diesem Modus ausgespielt? Als Finalturnier, wenn auch mit Zuschauern in der Halle, also anders als wegen Corona derzeit. Abwechslung jedenfalls bietet die Endrunde 2020 in München. Erstmals seit 2009 heißt der Meister nicht FC Bayern oder Bamberg. Beide Teams scheiterten im Viertelfinale.

Vor elf Jahren holten die Baskets Oldenburg den Titel. Diesmal treffen sie im Halbfinale auf Alba Berlin. Eine schwierige Aufgabe, sagte der Berliner Kenneth Ogbe kurz nach dem Einzug in die nächste Runde durch einen Erfolg im Viertelfinale gegen Göttingen. Nach dem 93:68 im ersten Duell folgte am Sonnabend ein 88:85 im zweiten. „Wir haben in der ersten Hälfte gut angefangen und dann in der zweiten Hälfte die Konzentration verloren“, sagte Ogbe. „Wir werden aus den Sachen lernen, die wir falsch gemacht haben.“  

Wachsamkeit ist geboten. Die Oldenburger sind Meister des Understatements, zugleich Meister ihres Fachs, was sie gefährlich macht. Wobei einer aus dem Kader besonders herausragt,  nicht nur wegen seiner 2,10 Meter Körpergröße: Rasid Malhabasic. Der Center aus Österreich ist ein Schlüsselspieler der Oldenburger und auch im bisherigen Turnierverlauf von München die treibende Kraft. „Es ist ein Center, der alles macht“, sagte Ogbe, „der Pässe spielt, richtig gut im Post ist.“ 

Malhabasic hat 2,8 Assists durchschnittlich in seinen vier Gruppenspielen verteilt, acht Rebounds eingesammelt und 17,3 Punkte erzielt. Im Viertelfinale gegen Bamberg verwandelte er dann sogar zwei von fünf Dreiern. Für die Distanztreffer ist in seinem Team eigentlich Rickey Paulding zuständig. Der 37 Jahre alte Small Forward gehört zum Inventar der Bundesliga (BBL). Beim Auftakterfolg im Viertelfinale gegen Bamberg war Paulding mit 20 Punkten bester Werfer seines Teams.

Alba lebt von der Tiefe des Kaders, auch und vor allem bei diesem Turnier mit seiner dichten Abfolge von Spielen. Den Berlinern reichte im Viertelfinal-Rückspiel gegen die BG Göttingen trotz schwacher zweiter Hälfte ein 88:85 (52:31)-Sieg für den nächsten Schritt. Trainer Aito Garcia Reneses verwies auf das erste Duell, das seine Mannschaft 93:68 gewonnen hatte, vermutete darin eine Ursache des Konzentrationsabfalls.

Coach Reneses hatte Spielmacher Peyton Siva eine Pause verordnet, dafür war der zuletzt angeschlagene Martin Hermannsson wieder dabei. Aggressiv und aufmerksam gingen die Berliner zu Werke und führten schon nach dreieinhalb Minuten erstmals zweistellig (13:3). Im zweiten Viertel zeigte sich immer mehr die individuelle Überlegenheit des Alba-Teams. Auch wenn es in der Defensive nicht immer mit der letzten Intensität agierte, wuchs der Vorsprung an. Besonders in der Offensive war Alba kaum zu stoppen.

Nach dem Seitenwechsel gingen die Berliner dann sehr fahrlässig vor. Am Ende erzitterten sie sich einen hauchdünnen Erfolg, das Weiterkommen war wegen der Addition beider Ergebnisse aber nie in Gefahr.