Da hielt es selbst Peyton Siva nicht mehr auf seinem Sitz. Immer und immer wieder streckte der verletzte Aufbauspieler den linken Arm nach oben und wiederholte genau den Wurf, den er und die gut 7 500 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof am Mittwochabend gerade gesehen hatten. Mit einem Korbleger hatte Bennet Hundt Alba Berlin mit 58:57 vor dem letzten Viertel wieder in Führung gebracht und damit auch den Grundstein für den 84:76-Sieg im Eurocup-Spiel gegen Limoges CSP gelegt. „Wir haben mit sehr viel Energie gespielt“, sagte Stefan Peno nach dem Spiel.

Der sollte zum besten Spieler ausgezeichnet werden. Doch konnte auch seine Leistung eins nicht verbergen: Dem vom Verletzungspech verfolgten Team fehlt es derzeit im Spielaufbau an Erfahrung und Konstanz. Im ersten Viertel war das noch nicht so sehr aufgefallen, da hatte Alba anscheinend das Selbstvertrauen aus dem Sieg gegen Bamberg vom Sonntagnachmittag mitgenommen. Auch die Tatsache, dass die Mannschaft bereits in der vergangenen Woche die Qualifikation für die nächste Runde im Eurocup feiern konnte, sorgte für eine sichtbare Lockerheit. In den ersten zehn Minuten lagen die Albatrosse meist in Führung, auf sieben Spieler verteilten sie ihre 18 Punkte. Immer dann, wenn sie zudem bereits in der gegnerischen Hälfte früh verteidigten, hatten die Franzosen Probleme, leisteten sich Ballverluste.

Alba mit Problemen von der Dreipunktelinie

Doch stellten sich die Gäste, die noch um die Qualifikation für die nächste Runde im Eurocup kämpfen, im weiteren Spielverlauf genau darauf ein. Und sie schafften in der ersten Halbzeit das, was den Berlinern verwehrt blieb: Sie trafen zumindest einen Teil ihrer Dreipunktwürfe. Sieben der 15 Versuche, also fast 50 Prozent, waren erfolgreich. Alba traf dagegen keinen der acht Würfe. Da auch die Zahl der Ballverluste anstieg, war Alba in der 14. Minute erstmals mit zehn Punkten in Rückstand (20:30), sogar auf 15 Zähler war der Rückstand in der 18. Minute angewachsen (26:41). Mit einem 8:0-Lauf kämpfte sich Alba aber wieder heran, ging aber dennoch mit einem 34:44 in die Halbzeitpause.

In einem auf beiden Seiten fehlerbehafteten Spiel zeigten die Gastgeber nach dem Seitenwechsel allerdings eine Tugend, die den Sieg ermöglichen sollte: Leidenschaft. Stück für Stück knabberte das Team vom Rückstand ab, in der 28. Minute endete zudem das Pech von der Dreierlinie. Und das, nach Treffern von Niels Giffey und Bennet Hundt, gleich doppelt. Und dank es eingangs beschriebenen Korblegers von Hundt ging Alba mit einem knappen Vorsprung in das letzte Viertel.

In diesem blieb es lange Zeit sehr knapp. Und Alba hatte auch etwas Glück, als Samardo Samuels, einer der auffälligsten Akteure, Mitte des Viertels mit seinem fünften Foul vom Feld musste. Doch erst in der Schlussphase konnte sich Alba Berlin entscheidend absetzen. Dank der hohen Energie und der großen Leidenschaft.