Berlin (dpa/bb) – - Für Alba Berlin war alles angerichtet: eine ausverkaufte Halle, dem Gegner fehlten wichtige Spieler, 19 Siege in Serie und nur noch einer fehlte zum Gewinn der deutschen Meisterschaft in der Basketball-Bundesliga. Aber genau das war das Problem. „Es war alles optimal vorbereitet, aber dann gehst du in das Spiel rein und wirst fest. Du willst zu viel und wirst ein bisschen krampfig“, sagte Manager Marco Baldi nach der derben 60:90-Pleite gegen Bayern München.

Statt einer großen Titelfeier vor den eigenen Fans verkrampfte der Titelverteidiger. „Die tollen Voraussetzungen haben uns anstatt fokussieren zu helfen, eher steif werden lassen. Wir haben nie einen Fluss hingekriegt“, fand Baldi. Am Ende wurde es sogar ein Debakel. „Sie waren viel besser und haben uns überrollt“, sagte Spielmacher Maodo Lo. Kapitän Luke Sikma brachte es auf den Punkt: „Sie haben uns in den Hintern getreten. Vielleicht haben wir uns selbst zu viel Druck gemacht.“

Alba führt nun in der Best-of-five-Serie nur noch 2:1, hat aber am Sonntag in München (15.00 Uhr/Magentasport und Sport1) den nächsten Matchball. Dass die Serie weitergeht überraschte zumindest in organisatorischer Hinsicht nicht. Die zusätzliche Reise war bereits geplant. „Wir mussten damit rechnen“, sagte Baldi.

Nach der ersten Niederlage nach 19 siegreichen Partien sei für ihn aber bei der Reise nach Bayern „das Grundgefühl ein anderes“. Das wird für Alba deshalb vor allem eine mentale Herausforderung. „Jetzt hast du das große Spiel, wo alles angerichtet war, verloren. Das Ergebnis ist egal, aber nicht egal ist, in welchem mentalen Zustand man jetzt aus dem Spiel rausgeht“, sagte der Alba-Manager.

Deshalb wird am Samstag das Heimdebakel aufgearbeitet, und dann geht der Blick schon wieder nach vorn. „Wir müssen mit dem Ansinnen rausgehen, dass jetzt nur noch morgen zählt“, forderte Baldi. Das Team muss seine Verkrampfung aber schnell wieder abschütteln, soll der Titel am Sonntag nachgeholt werden.