Am Ende gestaltete sich der Alba Berlins Auftakt im Eurocup sehr souverän 107:91 bezwangen die Basketballer aus der Hauptstadt in der Arena am Ostbahnhof den türkischen Meisterschaftszweiten Tofas Bursa. Sie hatten allen Widrigkeiten getrotzt, wieder einmal. Trainer Aito Garcia Reneses sagte: Heute bin ich sehr glücklich, aber wir werden morgen pausieren und uns dann auf den Pokal vorbereiten." Am Sonntag empfängt Alba in der Schmelinghalle Bayreuth zum Achtelfinale. 

Die Berliner mussten auf Center Johannes Thiemann verzichten, der sich im Training am Oberschenkel verletzt hatte. Eine weitere Schwächung auf den langen Positionen, da ja auch der angeschlagene Dennis Clifford zum Zuschauen verurteilt war. Clint Chapman musste mehr Verantwortung übernehmen, Luke Sikma und Tim Schneider auf die Centerposition rotieren und Kapitän Niels Giffey als Power Forward agieren.

Offensive Spielfreude

Alba begann mit hohem Tempo und zeigte jene Spielfreude, die das Team bereits in der vergangenen Saison auszeichnete. Stellvertretend war ein Pass von Spielmacher Peyton Siva auf zum Fastbreak davongeeilten Rokas Giedraitis, der den Ball zum 14:6 in den Korb rammte. Ein guter Beginn, in der Offensive vor allem. Mit hohem Tempo versuchten die Berliner zum Erfolg zu kommen.

Es war Kenneth Ogbe, der per Dreier das 26:16 erzielte und aus der Mitteldistanz noch einmal nachlegte: 28:16 (10.). Bursas Trainer Orhun Ene nahm eine Auszeit. Sieben Ballverluste konnten ihm nicht gefallen haben. Und auch Albas Längennachteil unter dem Korb hatte seine Mannschaft zunächst nicht nutzen können, das Reboundduell ging an die Gastgeber (6:2). Das sollte sich jedoch ändern.

Alba ging mit einem 30:19 in den zweiten Durchgang und machte so weiter, wie man im ersten aufgehört hatte. Der Ball lief schnell, kein Spieler hielt den  all lange, bewegte die gegnerische Verteidigung die ganze Zeit, suchte den Extrapass auf den besser postierten Mann. Tempo, Tempo, Tempo. Und Punkte, Punkte, Punkte.

Siva markierte an der Freiwurflinie zur Mitte des zweiten Viertels das 47:35. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte der Point Guard elf Assists gespielt, ein beachtlicher statistischer Wert. Am Ende sollten es 14 Korbvorlagen sein. Der Rekord liegt bei 16 Assists.

Doch das war es natürlich noch lange nicht. Bursa hatte eine Lauf und kam beim 47:45 auf zwei  Punkte heran (17.). Alba legte vor, anders als im ersten Viertel fand Bursa die Antwort. In Person von Demonte Harper etwa, der aus der Distanz Albas Vorsprung auf 55:54 zusammenschrumpfen ließ.

Der Gegner findet den Rhythmus

„Wir haben sie im ersten Viertel laufen lassen und haben sie aus dem Rhythmus gebracht“, sagte Albas Sportdirektor Himar Ojeda. „Im zweiten Viertel haben sie ihren Rhythmus wiedergefunden.“ Die Partie blieb entsprechend umkämpft nach dem Seitenwechsel. Wobei Albas Trainer Reneses  wieder durchatmen musste, weil einer seiner Akteure auf dem Parkett lag. Es stand 70:73, als sich Ogbe ohne Fremdeinwirkung am Knie wehtat und vom Spielfeld geleitet werden musste. Der 17-jährige Franz Wagner bekam von Coach Reneses seine Chance. Ogbe kehrte später auf die Bank zurück.

Das erste Viertel war an klar an Alba gegangen, das zweite klar an Bursa, das dritte ausgeglichen. Und nun? Das 74:75 ließ Alba alle Möglichkeiten offen. Einen 6:0-Lauf vollendete Stefan Peno zum 80:75 (38.). Peno spielte auch die Vorlage auf den Power Forward Giffey, der seinen vierten Dreier zum 88:78 versenkte. 20 Punkte sollte er am Ende auf seinem Konto haben. 

Ein Kunststück von Giedraitis

Und dann noch Kunst am Brett: Giedraitis platzierte den Ball beim Alleyoop rücklings im Zusammenspiel mit Martin Hermannsson in Bursas Korb, und Giedraitis legte nach zum 95:83 (36.). Chapman erzielte beim 99:87 seine Punkte 16 und 17 (38.). "Clint Chapman ist eine große Überraschung er ist nur ein paar Tage da und hat sich gut eingefügt in die Mannschaft", sagte Coach Reneses. Unterdessen verdiente sich Hermannsson die Kabinenrunde, weil er die Hundertermarkte knackte (101:87, 39.). Die Fans feierten mit rhythmischem Klatschen und am Ende mit Triumphgesang. Teamwork auf den Rängen und Teamwork dem Parkett. 33 Assists brachte Alba am Ende zusammen. Auch das ein beachtlicher Wert. (BLZ)