Wieder einmal hat Alba Berlin nicht nur gewonnen, sondern auch die Hundert-Punkte-Marke geknackt. Zum vierten Mal im sechsten Spiel. „Der Hunderter ist ein Ergebnis unseres Spiels“, sagt Alba-Geschäftsführer Marco Baldi.

Das schnelle Spiel mit frühen Abschlüssen und spektakulären Szenen hat sich nun erstmals auch in einer fremder Halle durchgesetzt. 102:93 gewannen die Berliner in Limoges. Im zweiten Auswärtsspiel der Saison ist der Mannschaft von Trainer Aito Garcia Reneses also nun auch der erste Sieg gelungen. „Das war ein wichtiger Sieg. In der Gruppe kann es sehr eng werden“, sagt Baldi, „es sind relativ wenige Spiele, und wenn man etwas liegen lässt, kann das weh tun.“

Verbesserte Verteidigung

Eine Woche zuvor in Zagreb hatte Alba noch 73:75 verloren, nun in Limoges waren Fortschritte zu erkennen. „Wir haben in der Defensive sehr gut gespielt“, sagte Martin Hermannsson. Der Isländer und seine Teamkollegen ließen in Limoges in der ersten Hälfte nur 39 gegnerische Punkte zu. „In der zweiten Halbzeit sind wir aber etwas nachlässig gewesen“, meinte Hermannsson. Der brachte es in Frankreich auf 16 Punkte und weiß, dass auf sein Team offensiv derzeit Verlass ist.

Fünf weitere Alba-Spieler konnten ebenfalls zweistellig punkten. Auch  gegen Jena und gegen Crailsheim verteilte sich das Gewicht ähnlich gleichmäßig auf mehrere Schultern. Die Zugänge Martin Hermannsson, Clint Chapman und Rokas Giedraitis sind nicht nur Teil der Startformation, sondern auch in das Team perfekt integriert.

Wenngleich Marco Baldi mit dem Wort Perfektion vorsichtig umgeht. „Davon sind wir noch ein gutes Stück weg“, sagt der Geschäftsführer. Aber: „Wir gehen in Phasen, in denen der Gegner ganz starke Sachen macht, nicht von unserem Plan ab.“ Es brauche noch etwas Zeit, ehe man vielleicht von Perfektion sprechen könne, Spielfreude und Spielfluss seien aber schon jetzt überraschend gut ausgeprägt.

Alba Berlin möchte sich in seiner Spielweise nicht dem Gegner unterordnen, sondern den eigenen Plan durchsetzen. Aber auch Marco Baldi weiß, dass da im Laufe der Saison noch ganz andere Gegner kommen werden. Gegner, die auch mal das Tempo aus dem Spiel nehmen. Limoges gelang das nicht, konnte dem Offensivdruck der Berliner nicht standhalten, schaffte es selbst nicht, genügend eigenen Druck aufzubauen, um dem Alba-Angriffsspiel Einhalt zu gebieten.

Auswärts in Ulm

Marco Baldi denkt bereits an den nächsten Entwicklungsschritt der Mannschaft: "Mit verschiedenen Aufgaben umgehen", das sei das Ziel. Die nächste Aufgabe wartet bereits am Sonnabend in Ulm. Um 18 Uhr möchte Alba Berlin den zweiten Auswärtssieg der Saison folgen lassen. In der Bundesliga haben die Ulmer bislang beide Spiele verloren, auch im Pokal sind sie bereits gescheitert. Im EuroCup siegten sie zwar nach doppelter Verlängerung gegen Galatasaray Istanbul, unterlagen in dieser Woche jedoch gegen Monaco (65:75). Und ausgerechnet jetzt kommt Alba Berlin.