Einen leeren Platz hatte es nicht gegeben. Und doch fehlte in der Runde neben Sportdirektor Himar Ojeda, Trainer Aito Garcia Reneses und Aufsichtsrat Axel Schweitzer ein prägendes Gesicht. Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi ließ sich von Pressesprecher Justus Strauven entschuldigen. Die Jahreshauptversammlung der Basketball-Bundesliga verlangte Baldis Anwesenheit und sorgte somit für ein Novum: Noch nie zuvor hatte der Geschäftsführer eine Saisoneröffnungs-Pressekonferenz seines Klubs verpasst.

Der startet zwar erst am 28. September mit dem Heimspiel im Pokal gegen Würzburg in die neue Spielzeit, aber, und da sprachen alle auch im Namen von Baldi, die dürfte eine besondere in der 30-jährigen Geschichte des Vereins werden.

Die stäkste Liga Europas

„Wir haben lange darauf hingearbeitet in der Euroleague zu sein. Es ist die stärkste Liga in Europa“, sagte Schweitzer, „die 17 besten Teams in Europa zu Gast zu haben, ist sicherlich ein Riesenhighlight, aber auch ein Anspruch.“ Rund 70 Spiele wird der Meisterschaftszweite absolvieren müssen. Mindestens 34 davon wird Alba Berlin in der Euroleague bestreiten. „Die mentale Stärke wird sehr wichtig sein“, sagt Himar Ojeda, „in den vergangenen Jahren haben wir mehr Spiele gewonnen, als verloren. Speziell in der Euroleague wird das diesmal nicht so sein. Wir, Spieler, Verantwortliche und Fans müssen lernen, damit umzugehen.“

Noch dazu, wo in einem eng gestrickten Spielplan wenig Zeit für Erholung oder gar Training sein wird. Wie vorige Saison, als Alba durch das Erreichen des Eurocup-Finals eine ähnlich hohe Belastung hatte, wird es gerade für Reneses die größte Herausforderung, sein Team in Form zu halten. Durch ein höheres Niveau in der Euroleague wird es „in diesem Jahr viel schwerer“, sagt der Trainer, „aber wir konnten viele Spieler halten, das hilft uns.“

Reneses hat weiter Spaß in Berlin

Auch er hat nach erfolgreich überstandener Operation an beiden Augen in Berlin verlängert. Weil es für ihn, auch mit seinen 72 Jahren, noch eine große Ehre ist, in der Euroleague zu coachen und „weil ich weiter Spaß habe. Mit den Spielern, den Assistenztrainern und dem Verein“, sagt Reneses.

In den vorigen zwei Jahren hat der Spanier viel aufgebaut, deutschen Talenten eine Chance gegeben, sie wettbewerbsfähig bekommen. Und nebenbei fünf Endspiele erreicht, die allerdings alle verloren wurden. Wenn man möchte, kann man das als einzigen Makel ausmachen. Auch wenn Titel im aktuellen Alba-System nicht das ultimative Ziel sind, „ist es frustrierend, wenn du in fünf Finals bist und nicht gewinnst“, sagt Ojeda, „aber vielleicht wollen wir deshalb auch mehr als alle anderen einen Titel gewinnen.“ Der auf europäischer Ebene scheint außer Reichweite, in den nationalen Wettbewerben aber will Alba Berlin wieder voll angreifen. Und am Ende der Saison mehr als nur das 30-jährige Vereinsbestehen feiern.