Albas Basketballer: Kampf um Kontrolle

Berlin - Elmedin Kikanovic hätte sicher gern die letzten Punkte beigesteuert in diesem Bundesligspiel, so aber blieben Albas Center die ersten Worte unmittelbar nach der 76:82-Niederlage am Sonnabend in Ulm. „Wir haben gut gespielt“, sagte Kikanovic, „aber nicht vierzig Minuten lang.“ 35 Sekunden vor dem Spielende hatte er gehofft, hatte zum 74:77 getroffen. Doch dann versenkte Ulms Shooting Guard Chris Babb einen Distanzwurf im Berliner Korb. Zehn Sekunden: wieder Kikanovic, wieder ein Treffer, 76:80. Sieben Sekunden: Kikanovic foult Karsten Tadda, der verwandelt beide Freiwürfe.

Albas Personalsituation ist angespannt

Kikanovic war Albas Mann für den Showdown und der Mann der Begegnung mit 25 Punkten, sieben Rebounds, vier Assists und einem Block. Aber für einen Erfolg gegen eine Ulmer Mannschaft, die nunmehr den Rekord von 26 Bundesligaspielen in Serie hält, gehören nicht nur 40 konzentrierte Minuten, sondern auch mehr als nur ein überragender Spieler. Albas Personalsituation jedoch war angespannt.

Point Guard Peyton Siva ist nach wie vor nicht fit, in Ulm ging sein Stellvertreter angeschlagen ins Match: Ismet Akpinar konnte wegen eines in der Vorwoche erlittenen Pferdekusses nur zehn Minuten mitwirken. Dragan Milosavljevic führte phasenweise Regie, fehlte dadurch aber auf dem Flügel.

Thorsten Leibenath nennt Alba eine Spritzenmannschaft

Im zweiten Viertel verlor Alba die Kontrolle, musste kämpfen, um einen gefährlichen Ulmer Lauf zu verhindern. „Der Schlüssel war jedoch das dritte Viertel, als wir den Ball nicht mehr geteilt haben und nicht mehr punkten konnten“, sagte Trainer Ahmet Caki. „Wir haben den Sieg in dieser Phase weggegeben, auch wenn wir bis zu den letzten Sekunden im Spiel waren.“

Ulms Coach Thorsten Leibenath würdigte die Gäste als Spitzenmannschaft: „Sie sind mit der richtigen Intensität ins Spiel gegangen und haben eine sehr starke Leistung gezeigt.“ Leibenaths Beobachtung zufolge habe die Defensive seines Teams den Ausschlag gegeben: „Wir haben dort alles in die Waagschale geworfen.“

Heimvorteil im Viertelfinale

Neun Partien bleiben den Berlinern nun, um ihre Ausgangslage vor den Playoffs zu verbessern. An diesem Freitag empfangen sie Bayreuth, das vor ihnen auf Platz vier rangiert mit drei Siegen mehr bei einem Spiel weniger. Platz vier gewährt Heimvorteil im Viertelfinale. Ihn zu erreichen, wird schwer für Alba, auch wenn das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.