Alexander Zverev kämpft sich mit viel Herz zum Comeback-Sieg

Der Olympiasieger ist in seinem Erstrundenmatch bei den Australian Open noch von seiner Bestform entfernt, überzeugt aber mit viel Leidenschaft.

Alexander Zverev schrie seine Freude über den umkämpften Erstrundensieg bei den Australian Open laut heraus.
Alexander Zverev schrie seine Freude über den umkämpften Erstrundensieg bei den Australian Open laut heraus.AFP/William West

Mit Kämpferherz zum Comeback-Sieg: Alexander Zverevs Rückkehr auf die große Tennis-Bühne ist mit viel Mühe geglückt. Der Olympiasieger aus Hamburg schlug siebeneinhalb Monate nach seiner schweren Knöchelverletzung den Peruaner Juan Pablo Varillas am Dienstag bei den Australian Open mit 4:6, 6:1, 5:7, 7:6 (7:3), 6:4 und schrie danach seine Freude heraus.

„Ich bin müde, aber extrem glücklich. Ich habe es vermisst. Dieser Sieg alleine war die Arbeit der letzten Monate wert“, sagte Zverev nach dem Erfolg, für den er mehr als vier Stunden brauchte: „Ich kann den Rest des Turniers nicht erwarten. Es ist schon jetzt ein Erfolg für mich, und ich hatte keinerlei Erwartungen.“

Alexander Zverev holt den ersten deutschen Sieg

Der langjährige Topspieler war zwar im Duell mit dem Weltranglisten-103. noch deutlich von seiner Bestform entfernt, verhinderte mit starken Nerven aber seine erste Auftaktniederlage in Melbourne seit seinem Debüt 2016. Er brach damit auch den Bann Down Under, holte nach sieben deutschen Auftakt-Niederlagen den ersten Sieg. Jan-Lennard Struff hatte sich zuvor dem favorisierten US-Amerikaner Tommy Paul klar mit 1:6, 6:7 (6:8), 2:6 geschlagen geben müssen.

Zverev, Halbfinalist von 2020, trifft in der zweiten Runde auf Michael Mmoh (USA) oder Laurent Lokoli (Frankreich). Vor der Partie hatte er eingeräumt, noch nicht wieder in der Form der French Open zu sein, bei denen er im Halbfinale gegen Rafael Nadal umknickte und anschließend nach einer nötigen OP lange pausieren musste. Seine beiden Vorbereitungspartien auf die Australian Open hatte der einstige Weltranglistenzweite verloren und betont, er gehe das Turnier nicht in der Rolle eines möglichen Titelanwärters an.

Dies bestätigte sich im ersten Satz, in dem Zverev weit weg war von der Dominanz eines absoluten Topspielers. Sein Aufschlag war unsicher, die Vorhand hatte eine ungewohnte Streuung. Varillas war bemüht, den Hamburger laufen zu lassen, und spielte immer wieder auch Stopps, wie beim Satzball, die Zverev zusetzten.

Doch der 25-Jährige war in der Lage, sein Level deutlich anzuheben, im zweiten Satz wollte er über den Peruaner hinweg. Dieses Momentum schien der Favorit zunächst auch im dritten Satz für sich zu nutzen, gab ein Break Vorsprung aber wieder her und ermöglichte Varillas mit seinem schwachen zweiten Aufschlag den Satzgewinn. Dann bewies die deutsche Nummer eins starke Nerven, verdiente sich den Entscheidungssatz und brachte den Erfolg nach Hause.

Extreme Hitze bei geschlossenem Dach

Die Partie fand unter geschlossenem Dach der Margaret Court Arena statt, um die Belastung durch die extremen Temperaturen für die Profis zu reduzieren. Spieler und Zuschauer ächzten am Dienstag unter enormer Hitze von 36 Grad, die schließlich auch zu einer längeren Unterbrechung auf den Außenplätzen führte.

Die Spielpause wirkte sich auf den Beginn der Matches von Struff (Warstein), Wimbledon-Halbfinalistin Tatjana Maria (Bad Saulgau) und Laura Siegemund (Metzingen) aus. Gegen 14 Uhr Ortszeit (4 Uhr MEZ) wurde die höchste der fünfstufigen Hitzestress-Skala des Turniers in Melbourne erreicht, die auch die Strahlungswärme, die Luftfeuchtigkeit und die Windgeschwindigkeit einbezieht. Drei Stunden später wurden die Matches fortgesetzt.