Berlin - Angelique Kerbers Lachen hallte durch die Rod-Laver-Arena, Alexander Zverev posierte gut gelaunt für die Fotografen: Die Vorfreude auf den Saisonstart im sommerlichen Melbourne stand den beiden deutschen Tennis-Topstars am Sonntag ins Gesicht geschrieben. Die Corona-Quarantäne ist abgehakt, jetzt geht es an den letzten Feinschliff vor den Australian Open. Parallel entwickeln sich die Olympischen Spiele zum Diskussionsthema. „Es ist an der Zeit, sich bereit zu machen“, schrieb Zverev bei Instagram, nachdem er im schwarzen Muskelshirt Bälle über den blauen Hartplatz gepeitscht hatte. Der 23 Jahre alte Hamburger steht voll im Saft und will im Dienstag beginnenden ATP-Cup (live bei ServusTV) gleich zeigen, was von ihm beim ersten Grand-Slam-Turnier ab dem 8. Februar zu erwarten ist.

„Ich will definitiv eine bessere Leistung für mein Team bringen“, sagte Zverev, der im vergangenen Jahr bei dem Mannschaftswettbewerb schwer enttäuschte: „Ich habe in der Vorbereitung extrem hart gearbeitet.“ Mit Jan-Lennard Struff und dem Doppel Kevin Krawietz/Andreas Mies tritt Zverev am Mittwoch zunächst gegen Kanada an, bevor es gegen Serbien mit dem Weltranglistenersten Novak Djokovic geht. Im vergangenen Jahr war für die deutsche Auswahl nach der Vorrunde Schluss, was insbesondere an Alexander Zverev lag, der alle seine drei Einzel verlor. Einen so holprigen Start will der 23-Jährige diesmal unbedingt vermeiden. „Ich bin jemand, der immer sehr langsam in ein Jahr startet. Das muss ich dieses Jahr anders machen, denn viel Zeit bleibt nicht“, sagte der US-Open-Finalist bei Eurosport.

Zverev, im vergangenen Jahr Halbfinalist bei den Australian Open, glaubt, in der 14-tägigen Quarantäne nicht viel an hart erarbeiteter Substanz verloren zu haben. Im Gegensatz zu Kerber durfte er täglich trainieren. Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin muss sich auf der anderen Seite erst einmal wieder eingrooven.

Der Sport rückt in den Mittelpunkt

Sie geht bei einem Vorbereitungsturnier ab Mittwoch an den Start, das extra für Spielerinnen organisiert wurde, die sich in Melbourne im harten Lockdown befanden. Am Sonntag schlug die 33 Jahre alter Kielerin am Ort ihres großen Triumphes 2016 einige Bälle mit der Estin Anett Kontaveit und zeigte sich danach zufrieden.

Nach all den Diskussionen um die Quarantäne-Bedingungen rückt im aktuell coronafreien Melbourne also langsam aber sicher der Sport in den Mittelpunkt. Die Profis freuen sich auf die Australian Open mit bis zu 30.000 Zuschauern täglich – es wirkt wie eine Rückkehr in eine fast vergessene Normalität.

Wie sehr das Tennisjahr aber erneut vom Thema Corona beeinflusst wird, zeigt die aufkeimende Diskussion über die Olympischen Spiele. Topstars wie Naomi Osaka (23) und Rafael Nadal (34) blicken mit gemischten Gefühlen auf das Weltevent vom 23. Juli bis 8. August. „Meine Sorge wäre die allgemeine Sicherheit, weil sie das Land öffnen“, sagte die Japanerin Osaka.

Nadal kündigte an, auf die Experten zu hören. Nur eines machte der Spanier schon einmal deutlich. Eine erneute Quarantäne wie in Australien passe „schwer in unseren Tour-Kalender“. Momentan sehen die Planungen des IOC die Maßnahme allerdings auch nicht vor.