Die Meisterschale, für gewöhnlich ein Objekt der Begierde, derzeit aber eher zweitrangig.
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BerlinDer Ball rollt wieder! Am Sonnabend kehrt die Bundesliga in den Spielbetrieb zurück und so mancher fragt sich: Warum eigentlich? Und wann würde die Liga wieder pausieren müssen? Wo kann man die Partien sehen, wenn die Stadien leer bleiben müssen? Wir haben Antworten.

Was steht an?

In der Bundesliga und der 2. Liga rollt ab Samstag der Ball wieder. Seit Mitte März war der Spielbetrieb wegen der Coronakrise unterbrochen, los geht es am Wochenende in beiden Ligen mit dem 26. Spieltag - allerdings ohne Zuschauer in den Stadien. Highlight ist das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr), Rekordmeister Bayern München gastiert am Sonntag (18.00 Uhr/beide Sky) bei Union Berlin. Am Montag (20.30 Uhr) beendet die Partie zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen den Spieltag. In der 2. Bundesliga wird Samstag (13.00 Uhr) und Sonntag (13.30 Uhr/beide Sky) gespielt.

Wie lautet der Fahrplan?

Noch neun Spieltage stehen an, die Deutsche Fußball Liga (DFL) will die Saison im Optimalfall bis 30. Juni zu Ende spielen, um ein Chaos bei auslaufenden Verträgen zu vermeiden. Wenn alles nach Plan läuft, endet die Spielzeit in der Bundesliga am 27. Juni (Samstag). Die Zweitliga-Saison soll einen Tag später beendet werden. Für die Klubs bedeutet dies: Sieben Spieltage werden am Wochenende ausgetragen, zweimal wird auch unter der Woche gespielt.

Warum darf der Fußball wieder loslegen?

Grundlage für das grüne Licht der Politik war das umfassende Hygiene- und Schutzkonzept der DFL. Dieses reicht von verpflichtenden Corona-Tests - alle Beteiligten werden mindestens einmal pro Woche getestet, auf jeden Fall am Tag vor einem Spiel - hin zur Begrenzung von Personen im Stadionumfeld an Spieltagen (rund 300 Menschen) und klaren Hygieneregeln im Mannschaftsumfeld wie auch im häuslichen Bereich.

Wie sieht der "neue" Fußball aus?

Der Fußball in Corona-Zeiten erhält ein anderes Gesicht - ganz abgesehen von leeren Stadien. Beim Torjubel sollen Umarmungen oder Abklatschen unterlassen werden, stattdessen sollen sich die Spieler nur kurz mit den Füßen oder dem Ellbogen berühren. Trainer und Ersatzspieler müssen auf der Bank Masken tragen. Die Trainer dürfen zum Rufen von Kommandos den Mundschutz jedoch abnehmen, die Ersatzspieler dann, wenn sie sich zum Aufwärmen begeben. Auch werden Spieler dazu aufgefordert, nicht mehr auf den Platz zu spucken. Bei Spielerwechseln dürfte es ebenfalls Änderungen geben - auf der DFL-Mitgliederversammlung am Donnerstag wird entschieden, ob künftig fünf statt drei Auswechslungen erlaubt sind.

Was würde das Konstrukt zum Einsturz bringen?

Die größte Gefahr für das Konzept sind weitere Infektionen im Umfeld der Mannschaften wie bei Dynamo Dresden. Aufgrund zweier Corona-Infektionen hatte das Gesundheitsamt Dresden das ganze Team des Zweitligisten in eine 14-tägige Quarantäne geschickt. Sollten andere Teams bei Infektionen ebenfalls geschlossen in Isolation müssen, wäre ein geordnetes Saisonende irgendwann nicht mehr machbar. Auch bei einem drastischen Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland wäre eine Fortführung der Bundesliga nicht mehr vertretbar.

Was würde ein Abbruch bedeuten?

Das ist noch unklar. Auf das Worst-Case-Szenario, dass es auch im Falle des Saisonabbruchs in beiden Ligen einen Meister und zwei Absteiger geben wird, konnten sich die Erstligaklubs nach kicker-Informationen noch nicht einigen. Fraglich wäre bei einem Abbruch auch, wie es mit einer möglichen Rückzahlung der TV-Gelder aussieht. In einem weiteren Papier sollen die Klubs zustimmen, dass die Spielzeit 2019/20 bis zum 30. Juni, notfalls aber auch noch im Juli, abgeschlossen werden soll und kann. So soll vermieden werden, dass einzelne Vereine wegen am 30. Juni auslaufender Verträge Protest gegen spätere Spiele einlegen.

Wo werden die Spiele zu sehen sein?

Wie gewohnt überträgt der Bezahlsender Sky den Großteil der Spiele, zumindest an den ersten beiden Spieltagen gibt es sogar Live-Fußball im Free-TV. Sky wird am 16. und 23. Mai seine Samstagskonferenz der Bundesliga jeweils im frei empfangbaren Fernsehen bei Sky Sport News HD übertragen. Ebenfalls bei SSNHD wird am 17. und 24. Mai auch die Konferenz der Zweitligaspiele frei zugänglich ausgestrahlt. Hinter den Freitags- und Montagsspielen steht aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen der DFL und Rechteinhaber Eurosport noch ein Fragezeichen, die Spiele dürften jedoch trotzdem bei Sublizenznehmer DAZN zu sehen sein. Eine Bestätigung steht aber noch aus.