Berlin - Der deutsche Skirennfahrer Linus Straßer ist beim Slalom-Weltcup in Adelboden erneut aufs Podest gerast. Nach seinem zweiten Platz im Vorjahr kämpfte sich der Münchner am Sonntag dank eines starken zweiten Laufs von Rang 14 auf Platz drei vor und erfüllt damit die Norm für die Olympischen Spiele im Februar in Peking.

„Es sind wahnsinnig schwierige Bedingungen und ich habe es geschafft, keine Riesen-Fehler zu machen“, kommentierte der Techniker sein bestes Saisonergebnis. Auch Lena Dürr überzeugte im Slalom von Kranjska Gora in Slowenien als Vierte.  Die 18 Jahre alte Emma Aicher qualifizierte sich als 13. ebenfalls für Olympia. 

Wolfgang Maier spricht das Boykott-Thema an

Vor den Rennen hatte Alpinchef Wolfgang Maier seine Befürchtungen geäußert, in Peking könnten Corona-Tests manipuliert werden. „Mit einem PCR-Test kann ich sofort jeden sportlichen Gegner aus dem Rennen nehmen. Es braucht mir keiner sagen, dass das jetzt ein Hirngespinst von mir ist, weil man weiß, um was es geht“, sagte der Topfunktionär des Deutschen Skiverbandes (DSV). Es gehe darum, sagte Maier, sich als Nation darzustellen, besonders als Veranstalter. Nun habe man ein Mittel in der Hand, gegen das man keine Chance habe. Etwa wenn es heiße: „Hey, du bist positiv, dann gehst du raus.“

Maier verwies auf Snowboarder und Rodler, die bei den Testwettkämpfen in Peking über widrige Bedingungen berichteten. Der Sportfunktionär beschrieb dabei das Kopfkino, das einsetzen würde. „Was das heißt, in ein Quarantänezimmer zu müssen, wo Kakerlaken rumlaufen. Was es heißt, wenn du weggesperrt wirst in einem fremden Land, wo niemand Englisch oder Deutsch spricht mit dir“, sagte Maier. Auch dies seien Themen, die angesprochen werden müssen.

Maier forderte zudem eine Standardisierung der Corona-Testverfahren. Auch das Boykott-Thema sparte er nicht aus und forderte die Politik auf, im Fall der Fälle den Athleten nicht die Sportförderung zu entziehen. Es wäre „ein politisches Statement“, wenn man sagt, wir ziehen keine Förderung ab, weil das Thema so präsent und so prekär sei, „dass man es verstehen kann, wenn einer sagt: Nein danke, da will ich jetzt nicht dabei sein.“