Als wäre er nie weg gewesen: Skifahrer Thomas Dreßen schon in WM-Form

Deutschlands bester Abfahrer glänzt bei seiner Rückkehr auf die Weltcup-Piste in Lake Louise. Die deutsche Speed-Riege profitiert.

Freudenschrei: Abfahrer Thomas Dreßen überzeugt bei seinem Weltcup-Comeback. 
Freudenschrei: Abfahrer Thomas Dreßen überzeugt bei seinem Weltcup-Comeback. imago/Sergei Belski

Thomas Dreßens Leidenszeit endete mit einem Schrei in den Rocky Mountains. 995 Tage nach seinem letzten Weltcup-Start legte Deutschlands bester Abfahrer als Achter in Lake Louise ein bemerkenswertes Comeback hin und erfüllte auf Anhieb die nationale WM-Norm. Voller Erleichterung riss der frühere Kitzbühel-Sieger seine Arme in die Luft und brüllte ein unüberhörbares „Jaaaa!“ in den Zielraum. Dreßen ist zurück. „Es hat sich angefühlt, wie nach Hause kommen“, beschrieb der 29 Jahre alte Skirennfahrer seine Glücksgefühle nach der Schussfahrt am Sonnabend.

Dreßens erstes Weltcup-Rennen seit März 2020

Mit Startnummer vier stürzte sich der verletzungsgeplagte Oberbayer aus dem Häuschen der Olympic-Downhill-Strecke. „Beim Start habe ich die Nervosität gespürt“, berichtete der Mittenwalder. Kein Wunder: Für den Deutschen war es das erste Weltcup-Rennen seit März 2020. Zuerst hatte Dreßen eine Hüft-Operation ausgebremst. Dann sorgte ein Eingriff am vorgeschädigten rechten Knie dafür, dass er die vorige Saison inklusive der Olympischen Spiele verpasste.

Aber Dreßen mangelt es jetzt weder an Selbstvertrauen noch an Routine. Vielleicht fehlte dem Deutschen in den steilen Abschnitten hier und da der Mut, noch mehr zu attackieren. Dafür zeigte der Speed-Spezialist in den Gleitpassagen seine Klasse, die ihn bisher zu fünf Weltcup-Siegen führte.

Nach nur einem Rennen scheint Deutschlands Ski-Aushängeschild zurück in der erweiterten Weltspitze zu sein – und der Deutsche Skiverband (DSV) hat sein Zugpferd wieder. „Der strahlt aus. Wenn du vorne eine Galionsfigur hast, wächst das Selbstvertrauen des ganzen Teams“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Dreßens Präsenz soll für Aufschwung im gesamten Speed-Team sorgen. Beim Auftaktsieg des Norwegers Aleksander Aamodt Kilde am Sonnabend klappte das ganz gut.

Der WM-Zweite Romed Baumann als Zehnter und Dominik Schwaiger als Zwölfter rundeten den guten Saisonstart ab, nachdem die Matterhorn-Rennen ja abgesagt werden mussten. Nächstes Wochenende geht es in Beaver Creek weiter.