VSG-Trainer Karsten Heine widerspricht ersten Meldungen, wonach sich die Klubs geeinigt hätten.
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Berlin Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) plant in der Regionalliga Nordost offenbar ein Viererturnier, um doch noch den Meister und Aufsteiger zu ermitteln. Der müsste sich aber später in der Relegation noch mit dem Vertreter der Staffel West auseinandersetzen.

Das sei eines von vier Szenarien. Danach soll im Erfurter Steigerwald-Stadion am 30. Mai im ersten Halbfinale Energie Cottbus auf die VSG Altglienicke treffen, danach der 1. FC Lok Leipzig auf Hertha BSC II. Zwei Tage später soll das Finale stattfinden. Am 6. Mai soll es erneut eine Videokonferenz geben, wo die Szenarien diskutiert werden.

VSG widerspricht ersten Meldungen

Diese vier Spitzenvereine hatten die Lizenzunterlagen für die Dritte Liga beim NOFV korrekt abgegeben. Die Tabellensituation ist derzeit so: 1. Altglienicke (23 Spiele/47 Punkte); 2. Lok Leipzig (22 Spiele/47 Punkte), 3. Cottbus (23 Spiele/45 Punkte), 4. Union Fürstenwalde (24 Spiele/40 Punkte/keine Lizenz eingereicht), 5. Hertha II (23 Spiele/38 Punkte).

Dass Cottbus und Hertha II dafür sind, ist angesichts der Tabellensituation klar und verständlich.

Karsten Heine

Angeblich sollen bis auf Leipzig, das sich benachteiligt fühlt, die anderen drei Vereine die Idee befürworten, wie dpa meldete. Das trifft auf Altglienicke aber nicht zu. Trainer Karsten Heine sagte der Berliner Zeitung: „Wir haben den Plan zur Kenntnis genommen, mehr nicht. Dass Cottbus und Hertha II dafür sind, ist angesichts der Tabellensituation klar und verständlich. Sie bekämen plötzlich wieder eine Chance. Aber nur Energie trainiert seit dem 21. April wieder, wir in Berlin dürfen es bislang nicht, auch Lok nicht. Außerdem müsste man mindestens drei Wochen vor solch einem Turnier Mannschaftstraining durchführen, um sich ordentlich vorbereiten zu können. Wenn die Saison aber auslaufen sollte, muss man entweder den aktuellen Tabellenstand nehmen oder die Herbstmeisterschaft werten. In beiden Fällen stehen wir als VSG vorn. So sehen wir das.“

Cheftrainer Heine, 65, fügt hinzu: „Egal, was passiert, die Gesundheit aller muss im Vordergrund sehen.“

Perthel fordert Abbruch

Die sieht 3. Liga-Profi Timo Perthel grundsätzlich nicht gewährleistet. Der Spieler vom 1. FC Magdeburg mag momentan gar nicht an Fußball denken und kritisiert Pläne über Saisonfortsetzungen scharf. „Könnten mal alle klarkommen und erkennen, dass das Schwachsinn ist?! Wir gehen mit Masken einkaufen, dürfen Bekannte und Freunde nicht besuchen, Kindergärten und Schulen sind dicht und jeden Tag liest man nur den Schwachsinn von der Hoffnung, dass die Bundesliga wieder startet“, schrieb Perthel in einer Instagram-Story. Der Club des 31-Jährigen zählt in der 3. Liga zu jenen, die die Spielzeit nicht fortsetzen wollen.

Aus Sicht von Perthel geht die Debatte in Deutschland gerade in die falsche Richtung. „Wacht endlich mal auf und überlegt lieber mal, wann der normale Bürger wieder arbeiten gehen kann, damit er nicht pleite geht und seine Familie noch ernähren kann“, schrieb der Abwehrspieler und fügte am Ende an: „Fußball ist nicht wichtig in dieser Zeit.“

Die Politik will am 6. Mai eine Entscheidung verkünden, ob die Bundesliga mit Geisterspielen wieder beginnen darf. Selbiges würde dann auch für die 3. Liga gelten, die ein zur DFL nahezu identisches Hygienekonzept hat. Bei einem Meinungsbild hatten sich zu Beginn der Woche 10 der 20 Drittliga-Clubs für eine Saisonfortsetzung ausgesprochen. (mit dpa)