Berlin - Es ist zuletzt viel diskutiert worden über das neue American Football Team aus Berlin. Seit dem Aus der bisherigen Berliner Football Betriebsgesellschaft (BFB) um den früheren Adler-Topscorer Roman Motzkus häufen sich neue Fragen: Wer steckt denn nun hinter dem anderen Team? Wer wird Headcoach? Wo trainiert es? Wo trägt es seine Spiele in der neu gegründeten European League of Football (ELF) aus? Startet die neue Liga überhaupt, wie von dem ELF-Commissioner, Fernsehmoderator Patrick Esume und dem ELF-Geschäftsführer, Medienunternehmer Zeljko Karajica behauptet wird, mit acht Mannschaften am 20. Juni? 

Sicher ist bisher nur, dass das Football-Team Berlin Thunder heißt. Eine offizielle Facebook-Seite gibt es bereits, und für eine kurze Zeit war darauf auch eine Mail-Adresse mit dem Nachnamen Karajica und der Zugehörigkeit zu Zeljko Karajicas SEH Sports & Entertainment Holding zu sehen, die er mit seinem Bruder Tomislav gegründet hat. Tatsächlich gibt es viele Gerüchte um diesen anderen Investor, der die BFB um Motzkus abgelöst hat. Die einen sagen, Björn Werner, der frühere Adler-Spieler und Outside-Linebacker des NFL-Klubs Indianapolis Colts stecke hinter der neuen Version von Berlin Thunder. Andere vermuten, Zeljko Karajica oder jemand aus dessen Familie seien nun die Thunder-Investoren. Schließlich engagiert sich Karajica bereits in Berlin: beim künftigen Fußball-Drittligisten FC Viktoria 1889. Die ELF-Verantwortlichen antworten auf die Nachfrage zu diesen beiden Investoren-Varianten: „Weder noch.“

Allerdings hat sich Viktoria-Geschäftsführer Peer Jaekel Anfang dieser Woche beim Sportamt in Steglitz-Zehlendorf im Auftrag von Berlin Thunder erkundigt, ob das Stadion Lichterfelde zur Spielstätte für das neue Football-Team der ELF werden könne. Nun fällt die Football-Saison genau in die Zeit, in der Fußball-Ligen in normalen Jahren Sommerpause haben und in den Stadion Rasenpflege betrieben wird. Grundsätzlich, so die Information aus dem Sportamt, stehe das Stadion Lichterfelde für Berlin Thunder zur Verfügung, allerdings müssten Details noch geklärt werden: Zum Beispiel wer die Kosten der Rasenschäden trägt, die durchaus zu den erwartbaren Folgen eines Football-Spiels gehören.

Wird Shuan Fatah Headcoach von Berlin Thunder?

Zu den Gerüchten um Berlin Thunder gehört auch, dass der Berliner Shuan Fatah, der früher ebenfalls bei den Adlern aktiv war, Headcoach der American Footballer werden soll. Schließlich wurde am gleichen Tag, an dem in Berlin die BFB um Motzkus aus dem Rennen war, auch das Aus der Franchise German Knights 1367 Niedersachsen in Hannover/Hildesheim bekannt gegeben. Dort war Fatah, der als guter Freund von ELF-Comissioner Patrick Esume gilt, bereits voriges Jahr als Headcoach vorgestellt worden. Doch ohne Franchise kein Job in der ELF, die nach den Regeln der NFL gespielt werden soll.

Zu der These, dass die NFL immer mehr Anhänger in Deutschland generiert und die ELF daher ein Sprungbrett für deutsche Talente in die USA werden soll, passt die Mitteilung, dass die NFL ab kommender Saison mit einem regulären Saisonspiel in Deutschland plant. Wie Sports Illustrated berichtet, sind München und Berlin als Austragungsort im Gespräch. Ob vielleicht Tom Brady nach Berlin kommt? Für die Expansion spricht der neue NFL-Spielplan: Ab September trägt jedes Team 17 statt wie bisher 16 Spiele in der Hauptrunde aus.