BerlinZwischen Berlin-Friedrichshagen, dem Wohnort von Lutz Landgraf, einem der erfolgreichsten deutschen Turn-Trainer, und dem Lebensmittelpunkt von Andreas Wecker, Reck-Olympiasieger von 1996, liegen 8500 Kilometer Luftlinie oder elf Flugstunden. Wecker wohnt seit 2007 in Bend im US-Bundesstaat Oregon. Seit sehr langer Zeit haben die beiden keinen Kontakt mehr, obwohl sie 13 Jahre beinahe jeden Tag zusammen waren und durch harte Arbeit unzählige Triumphe in den Sportpalästen von Seoul, Barcelona oder Atlanta feiern konnten. Landgraf, 71, wurde einst viel zu früh in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Wecker, 50, produziert und verkauft in den USA Pflanzenkeimöle.

Höhepunkt der einstigen Gemeinschaft zwischen Trainer und Athlet waren die Olympischen Spiele 1996 in Atlanta. Es lohnt sich, die unglaubliche Reck-Übung Weckers beim Turn-Finale noch einmal anzuschauen. Wecker, von Landgraf ans Gerät gehoben, bot zwei Kovacs-Salti mit zwei Riesenfelgen dazwischen, die Tkatschew-Kontergrätsche und als Abgang den Tsukahara-Salto gestreckt. Den brachte er sicher in den Stand. Die Goldmedaille war der verdiente Lohn. Landgraf sagt heute: „Es war eine perfekte Übung. Wir hatten aber vorher entschieden, den Abgang nur mit einem Salto zu zeigen, um kein allzu großes Risiko einzugehen.“ Entsprechend wurde er nominiert für die Besten-der-Besten-Wahl unter Berlins Champions. Am 15. Dezember werden bei einer virtuellen Gala die Ergebnisse präsentiert.

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