Berlin - Angelique Kerber redete nicht lange drumherum. „Sie war in den entscheidenden Momenten da, hat das Spiel in die Hand genommen“, sagte die 33-Jährige, nachdem sie gegen ihre Angstgegnerin Wiktoria Asarenka aus Belarus den Einzug ins Achtelfinale beim Comeback des WTA-Turniers in Berlin mit 3:6 und 5:7 verpasst hatte.

Und dennoch war Kerber hinterher froh. Auf dem geliebten Rasen läuft es deutlich besser als zuletzt. Und für ihren Saisonhöhepunkt in Wimbledon (28. Juni bis 11. Juli) sieht sich die dreimalige Grand-Slam-Siegerin auf dem richtigen Weg. Auf Rasen, „fühle ich mich um einiges wohler“, sagte Kerber, der nach eigener Aussage nur noch ein paar Kleinigkeiten zur Topform fehlen. Noch „aggressiver spielen, den Aufschlag und Return verbessern“, solche Dinge hat sich die Kielerin für das nächste Turnier in Bad Homburg vorgenommen.

Kerber zeigt in Berlin ihre beste Saisonleistung

Gegen die zweimalige Australian-Open-Gewinnerin Asarenka zeigte Kerber am Donnerstag vermutlich ihre beste Saisonleistung – und doch ging die Partie nach 1:23 Stunden verloren – wie insgesamt zehn ihrer elf Begegnungen mit der früheren Weltranglistenersten. Sie habe „zu viele kleine Fehler gemacht, das war entscheidend“, sagte Kerber.

Bei über 30 Grad im Steffi-Graf-Stadion zeigte Kerber immer wieder gute Ansätze, doch Asarenka hatte stets die bessere Antwort parat. Kerber, der zwei Doppelfehler unterliefen, nutzte zudem ihre Chancen nicht konsequent genug, drei Breakchancen ließ die ehemalige Wimbledon-Siegerin liegen. 4:1 und 5:3 lag sie im zweiten Satz zwischenzeitlich vorne, doch am Ende fehlte der nötige Killerinstinkt gegen eine aggressiv auftretende Asarenka.

Damit ist Kerber, die besonders nach ihren zweiten Aufschlägen zu wenig Druck auf Asarenka ausüben konnte, als Zugpferd des Turniers ausgeschieden. Dabei dürfen ab Freitag dank einer neuen Corona-Verordnung in Berlin statt bisher 500 täglich 1000 Zuschauer auf die Anlage. „Ich hatte gehofft, dass ich noch ein paar Spiele hier in Berlin habe“, sagte Kerber, die sich nun auf Wimbledon freut.

Dort feierte sie 2018 den größten Triumph ihrer Karriere, diesmal hegt sie keine Erwartungen, will das Turnier mit viel Leidenschaft einfach nur genießen. Nachdem sie es bei den Grand Slams in Australien und Frankreich zuletzt nicht in die zweite Runde geschafft hatte, „kann es nur besser werden“, sagt sie.