Bremen - „Schaaft“ Werder Bremen noch den direkten Klassenerhalt? Oder bleibt Arminia Bielefeld auf Tabellenplatz 15? Oder zieht gar der 1. FC Köln an beiden Rivalen vorbei? Der Dreikampf gegen den Abstieg ist DAS Thema des 34. und letzten Bundesliga-Spieltags, wen schert da schon die neue Europa Conference League.

FC Bayern kann mit Werder Bremen nicht mithalten

Und Thomas Schaaf ist unzweifelhaft das Gesicht dieses Keller-Clashs. Sein erstes Spiel als Chefcoach auf der Werder-Bank seit acht Jahren könnte schon wieder sein Letztes sein. Auf jeden Fall ist es das 1944. der Hanseaten in der Bundesliga-Geschichte, nicht einmal Rekordmeister Bayern München (1907) kann da mithalten.

Aber für solche Statistiken hat sich Schaaf schon während seiner ersten 14 Werder-Jahre nie interessiert. „Es geht um das Spiel, was vor uns liegt. Wir müssen an unsere Qualitäten glauben, zuletzt haben wir zu viel über uns ergehen lassen“, sagte der mittlerweile 60-Jährige am Freitag.

Schaaf, eigentlich Technischer Direktor an der Weser, hatte am Sonntag vergangener Woche die Nachfolge von Florian Kohfeldt angetreten. Bereits von 1999 bis 2013 war Schaaf Chefcoach an der Weser, 2004 gewann er mit dem SV Werder das Double aus Meisterschaft und Pokal.

Zumindest den Direktabstieg können die Norddeutschen mit einem Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach verhindern. Aus eigener Kraft Rang 15 und damit den direkten Klassenerhalt sichern, das kann nur Arminia Bielefeld. Die Ostwestfalen gastieren beim VfB Stuttgart, der sich wie Werder-Gegner Gladbach noch Hoffnungen auf die Conference League machen darf.

„Für uns ist das eine positive Ausgangssituation. Es geht darum, das Nasenspitzchen, das wir vorne sind, in der Konstellation auch zu Ende zu bringen. Dafür müssen wir aber hart arbeiten“, sagte Arminia-Coach Frank Kramer.

Endspiel gegen Absteiger Schalke 04

Dieser Logik folgend muss man beim 1. FC Köln noch härter arbeiten. Zwar geht es im eigenen Stadion „nur“ gegen das abgeschlagene Schlusslicht Schalke 04, doch der fest eingeplante Sieg hilft nur weiter, wenn Bremen und Bielefeld Punkte lassen.

„Die Partie gegen Schalke ist ein Endspiel, keine Frage. Aber die Mannschaft hat mit dem Rücken zur Wand in dieser Saison schon oft Leistung gebracht“, sagte FC-Manager Horst Heldt. Und während Schaaf erst vor knapp einer Woche inthronisiert wurde, bekam sein noch älterer Weggefährte Friedhelm Funkel, 67, schon Mitte April die Gelegenheit, die Domstädter Schritt für Schritt Richtung Klassenerhalt zu führen.

Schaaf hingegen blieb nur ein Crashkurs, um als Nachfolger des 22 Jahre jüngeren Florian Kohfeldt neue Akzente zu setzen. Was zumindest im Umgang mit dem Team anscheinend gelang. „Herr Schaaf ist doch eine Trainerlegende“, beschrieb Abwehrspieler Ömer Toprak voller Ehrfurcht den neuen Umgangston beim Training. Noch vor einer Woche war „Flo“ bei den Grün-Weißen in der sportlichen Verantwortung.

Auch um die wirtschaftliche Lage muss sich beim einstigen Europapokalsieger Aufsichtsrats-Boss Marco Bode kümmern. Der Europameister von 1996 ist trotz der drohenden Zweitklassigkeit nach 40 Erstligajahren um Ruhe und Gelassenheit bemüht.

„Werder steckt in einer wirtschaftlichen Krise, aber die ist zu managen“, sagte der ehemalige Nationalspieler der Kreiszeitung Syke. Man hofft am Osterdeich, nicht nur den sportlichen Abstieg zu vermeiden, sondern mithilfe einer Anleihe die finanzielle Lage zu verbessern.