Arne Friedrich hat eine Perspektive bei Hertha BSC.
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BerlinArne Friedrich ist ein sehr vielseitiger Mann. Der 40 Jahre alte ehemalige Fußballprofi, mit 82 Länderspielen Herthas Rekord-Nationalspieler, hat nach seinem Karriereende 2013 viel ausprobiert. Er arbeitete als Nachwuchstrainer bei der deutschen U18-Auswahl, war TV-Experte in China und den USA, agierte bei der Agentur Jung von Matt, hielt sich mit Boxtraining fit. Seine letzte Station als Profi war das Major League-Soccer-Team von Chicago Fire. Friedrichs Affinität zu den USA ist groß, er verbrachte noch im Vorjahr viel Zeit in Kalifornien.

Jetzt soll der einstige Verteidiger laut Bild-Zeitung vor einer Beförderung stehen und eventuell ab der neuen Saison zum Sportdirektor bei Hertha BSC aufsteigen. Im November gewann der damalige Trainer Jürgen Klinsmann jedenfalls Friedrich für sein neues Team in Berlin und machte ihn zum sogenannten Performance Manager, was zuerst auch belächelt worden war. Ein Bindeglied zwischen Team, Trainer sowie Manager und Geschäftsführer Michael Preetz sollte er sein. Friedrich kniete sich in seine Aufgabe, die vertraglich bis Juni 2020 befristet ist.

Arne Friedrich blieb nach Klinsmanns Flucht

Auch als sein Mentor Klinsmann Hertha fluchtartig verlassen hatte, blieb Friedrich in seinem Job. Nun wird Michael Preetz so zitiert: „Wir werden uns mit Arne bald über die auslaufende Vereinbarung unterhalten. Wir sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit, würden gerne mit Arne weitermachen und ihn auf eine andere Position heben.“

Auf den Posten des Sportdirektors offenbar, den es bei Hertha lange nicht gab. Nur in den 1990er Jahren, zu Zweitligazeiten, nannten sich Jürgen Sundermann und Bernd Stange kurzzeitig Sportdirektor.

Loris Karius im Fokus

Sollte es zu einer Beförderung von Arne Friedrich kommen – wenn der das überhaupt will – wäre dies ein logischer Schritt. Schon vor dem Klinsmann-Intermezzo wurde oft kritisiert, dass in Herthas Gremien zu wenig Fußball-Kompetenz und auch kein Korrektiv zu Preetz vorhanden ist. Mit Andreas Schmidt sitzt nur ein ehemaliger Profi im Aufsichtsrat des e.V. Im Präsidium von Hertha war das Thema „Beförderung von Friedrich“ jedenfalls noch nicht auf der Agenda.

Michael Preetz muss trotz der Corona-Krise einige andere personelle Baustellen bearbeiten. Er sucht zuvorderst einen neuen Cheftrainer und auch einen neuen Torhüter. Etwas überraschend ist dabei Loris Karius, 26, in den Fokus geraten. Der Keeper ist vom FC Liverpool an Besiktas Istanbul ausgeliehen und dort die Nummer eins. Karius erlangte traurige Berühmtheit, als ihm im Champions League-Finale 2018 zwischen Liverpool und Real Madrid (1:3) zwei schwere Patzer unterliefen. Ob Friedrich, Karius oder ein neuer Cheftrainer – im Moment ist alles offen.