Berlin - Erst auf der Rückreise aus Reykjavik ging Hansi Flicks Plan nicht mehr auf. Nach dem 4:0 in Island und der Neun-Punkte-Woche in der WM-Qualifikation mit dem neuen Fußball-Bundestrainer musste die DFB-Delegation am frühen Donnerstagmorgen auf dem Heimweg einen Zwischenstopp einlegen. „Safety first. Sichere Zwischenlandung als Vorsichtsmaßnahme in Edinburgh“, hieß es auf dem Twitter-Konto des DFB-Teams. „Uns geht’s gut. Sicherheitscheck an der Maschine läuft“, schrieb die Auswahl wenig später.

Nach dem Zwischenfall wollte die Mannschaft ihre Weiterreise individuell organisieren. Weitere Informationen gab es zunächst nicht. An Bord des Charterfliegers, der eigentlich um 5.30 Uhr in Frankfurt am Main landen sollte, war aber nur ein Teil des Teams. Als ihre Kollegen noch in Edinburgh festsaßen, checkten die Bayern-Profis Manuel Neuer, Joshua Kimmich und Serge Gnabry gerade in Reykjavik für ihren Heimflug ein. Auch für die fünf England-Legionäre um Timo Werner und Ilkay Gündogan war die Abreise anders organisiert worden.

Auf die dreimal siegreichen Nationalspieler warten nun mit Bayern München, dem FC Chelsea oder bei Paris Saint-Germain in den nächsten Tagen ganz wichtige Klub-Aufgaben. „Ich habe den Spielern auch gesagt, ihr könnt mit breiter Brust zu euren Vereinen gehen, versucht dort genauso die Leistung abzurufen“, sagte der Bundestrainer nach seiner erfolgreichen Auftaktwoche.

„Ich habe ihnen viel Glück und Erfolg gewünscht – und natürlich, dass sie gesund bleiben. Es ist ein guter Abschluss, mit neun Punkten im Gepäck nach Hause zu fahren“, lautet Flicks Rundum-positiv-Fazit. Das souveräne 4:0 in Island war nach den Erfolgen gegen Armenien (6:0) und Liechtenstein (2:0) der gelungene Schlusspunkt des Dreierpacks in der WM-Qualifikation und erinnerte an einen sehr ähnlichen Drei-Siege-Start von Flick als – später titelgekrönter – Münchner Wunderheiler vor knapp zwei Jahren.

Drei Siege, 12:0 Tore mit der Nationalmannschaft, bei den Bayern waren es drei Siege, 10:0 Tore. Kein Zufall, dass in den drei Qualifikationsspielen zum Nationalteam gleich sechs Münchner Profis als wichtige Säulen gehörten. Vergessen ist die triste Sommerlaune mit der EM-Enttäuschung unter Joachim Löw. Flick hat den Spielern mit seiner positiven, aber auch knallhart verbindlichen Art Freude und positives Selbstverständnis wiedergegeben. Aus drei Punkten Rückstand auf Armenien sind in der Gruppe J in einer Woche vier Punkte Vorsprung geworden. Da konnte auch der Zwischenstopp in Edinburgh die Laune nur kurz trüben.