Die Spieler von Lok Leipzig beschwören den Teamgeist.
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Berlin/LeipzigDie Erinnerungen an die Bielefelder Alm sind für die Leipziger nicht rosig. 1995 setzte es für den Vorgängerverein VfB Leipzig als Erstliga-Absteiger eine 0:3-Niederlage. Nun geht es für den 1. FC Lokomotive Leipzig in dieser Spielstätte um die Rückkehr in den Profi-Fußball. Die Ausgangsposition für den Sprung in die Dritte Liga ist mit dem 2:2 im Relegations-Hinspiel, als sich Lok-Keeper Fabian Guderitz in der 88. Minute den Ball selbst ins Netz boxte, nicht optimal.

"Das Thema ist noch nicht durch. Wir sind immer für Tore gut, auch auswärts", sagte Cheftrainer Wolfgang Wolf vor dem Geister-Rückspiel an diesem Dienstag (16.00 Uhr/live im MDR und bei Magentasport) beim SC Verl. Am Montag wurde zumindest die bürokratische Hürde für die Dritte Liga genommen. Der DFB teilte mit, dass sowohl Lok als auch Verl die Lizenz erteilt worden ist.

Der Aufstiegs-Showdown muss nun aufgrund der strengen Corona-Einschränkungen im Kreis Gütersloh 20 Kilometer weiter im Bielefelder Stadion austragen werden. Das Verler Vereinsgelände liegt rund 15 Kilometer vom Gelände des Schlachthofes der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbruck entfernt.

Brisant könnte aufgrund der Einschränkungen in Ostwestfalen der Fan-Ansturm der Leipziger werden. Die Fanszene Lokomotive rief die Anhänger auf, "zum wichtigsten Spiel seit der Neugründung" zu reisen. "Nachdem das Hinspiel leider ohne uns auskommen musste, werden wir in Bielefeld vor dem Stadion sein, um die Mannschaft als zwölfter Mann bestmöglich zu unterstützen. Nehmt Handys, Laptops und Tablets mit, damit wir das Spiel auch verfolgen können", heißt es auf der Facebook-Seite der Lok-Fanszene unter dem Motto: "1. FC Lok - Niemals ohne uns!".

Während Wolf schon vor Wochenfrist tönte: "Ich meine, dass ein paar Hundert Fans von uns mitkommen. Die lassen sich nicht aufhalten", verurteilte Verls Präsident Raimund Bertels die Aussagen des Lok-Sportdirektors als No Go. Auch Leipzigs Vereinsoberhaupt Thomas Löwe appellierte nur halbherzig an seine Anhänger. "Wir können es nachvollziehen, würden es aber besser finden, wenn sie zu Hause schauen", sagte Löwe der Leipziger Volkszeitung. 

Für Coach Wolf wäre es der dritte Coup. Der 62-Jährige führte die Stuttgarter Kickers 1996 in die Zweite Liga, den 1. FC Nürnberg 2004 in die Bundesliga zurück. Er setzt vor allem auf die Moral seiner Jungs. Aber Lok muss mindestens einen Treffer erzielen und dabei ohne Gegentor bleiben, um seine Chancen zu wahren. Die Robustheit, die Zweikampfstärke und vor allem die Chancenverwertung im Hinspiel sprechen sicherlich für die Leipziger, spielerisch präsentierte sich Verl intelligenter und kreativer, auch wenn die Kräfte hintenraus sichtlich schwanden. SC-Coach Guerino Capretti verlangt noch mehr von seinem Team: "Fußballerisch können wir es besser."