Berlin - Das verblüffende WM-Debüt von Florian Hempel ist nach der kurzen Weihnachtspause abrupt beendet worden. Der deutsche Darts-Profi verlor am Montag in London mit 1:4 gegen den Australier Raymond Smith und schied damit knapp eine Woche nach seinem unerwarteten Sieg gegen den belgischen Weltklassemann Dimitri van den Bergh in der dritten Runde aus. Hempel galt in dem Duell nach Siegen über Landsmann Martin Schindler und Mitfavorit van den Bergh als Geheimtipp, war Widersacher Smith aber von Anfang an unterlegen und verpasste es damit, als zweiter Deutscher nach Gabriel Clemens das Achtelfinale bei einer WM zu erreichen.

Hempel – früher Handball-Torwart in der zweiten Bundesliga in seiner Heimatstadt beim Dessau-Roßlauer HV – wirkte diesmal fahrig, fehlerhaft und traf wesentlich weniger Triple als bei seinen beiden vorherigen Auftritten, die er überraschend stark gestaltet hatte. Schon früh winkte er unzufrieden ab, die ersten beiden Sätze gingen relativ fix an Smith, der vor der WM im Alexandra Palace keine großen Erfolge beim Weltverband PDC verbucht hatte. Auch danach ließ Hempel viele Chancen auf die Doppelfelder aus und musste so die hart umkämpften Legs immer wieder abgeben, anstatt sich noch einmal in eine bessere Situation zu bringen.

Der 31 Jahre alte Kölner verpasste am Ende die Chance, als erster Deutscher drei Partien bei einer WM zu gewinnen – Clemens gelang dies im Vorjahr deshalb nicht, weil er mit einem Freilos gestartet war. Die britische Hauptstadt kann Hempel trotzdem zufrieden verlassen. In seinem Premierenjahr hat er 49.000 Pfund erspielt und mit mehreren Erfolgen auf sich aufmerksam gemacht. Vor den beiden Siegen auf der größten Darts-Bühne der Welt hatte er im Oktober bei der EM auch Ex-Weltmeister Peter Wright aus Schottland besiegt. Das 3:1 gegen van den Bergh nannte er „den größten Sieg meiner Karriere“.

Während es Smith im Achtelfinale (ab 29. Dezember) mit dem Sieger der Partie Steve Lennon (Irland) gegen Mervyn King (England) zu tun bekommt, verpasste es Hempel auch, Schützenhilfe für seinen Landsmann Max Hopp zu leisten. Dieser könnte nun die sogenannte Tour-Card verlieren, wenn der Australier Smith ein weiteres Spiel gewinnt und ihn vom dafür nötigen 64. Platz der Weltrangliste verdrängt. Die Tour-Card berechtigt Spieler dazu, an wichtigen Turnieren der PDC teilzunehmen.

Vor Smith hatten bereits Dirk van Duijvenbode aus den Niederlanden nach einem 0:3-Satzrückstand und der ehemalige englische WM-Finalist Michael Smith das Ticket fürs Achtelfinale gelöst. James Wade bekommt in Runde drei ein Freilos, weil sein Gegner Vincent van der Voort aus den Niederlanden positiv auf das Coronavirus getestet wurde und die Partie abgesetzt wurde.