Berlin - Die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen empfangen die BR Volleys am Sonnabend (17.30 Uhr, twitch.tv/spontent) zum Berlin-Brandenburg-Derby nicht wie sonst in der Landkost-Arena in Bestensee, die sie „Brandenburger Hölle“ nennen, sondern in der MBS-Arena am Potsdamer Luftschiffhafen. „Das ist jetzt eben eine andere Brandenburger Hölle“, sagt Netzhoppers-Angreifer Dirk Westphal.

1200 Zuschauer sind zugelassen. „Die Idee hinter dem Umzug ist, dass wir möglichst vielen Fans eine Corona-gerechte Möglichkeit bieten wollen dabei zu sein“, meint Teammanagerin Britta Wersinger. Als ihr Team vorige Saison im Pokalhalbfinale schon mal nach Potsdam umzog, weil die Landkost-Arena die technischen Voraussetzungen für eine Live-Übertragung im Fernsehen nicht erfüllte, waren keine Zuschauer zugelassen. Jetzt, sagt Wersinger, wolle man „die Stimmung nachholen“.

Explosive Stimmung in Bestensee

Laut dem Masterplan der Volleyball-Bundesliga (VBL), der neben der Professionalisierung der Sportart auch die mediale Vermarktbarkeit im Blick hat, können die Netzhoppers die Landkost-Arena nur noch bis zum Ende der laufenden Saison ohne Auflagen nutzen. Da sich derzeit keine Alternative abzeichnet, ist der Auftritt in Potsdam auch ein Arena-Check für das Team, das vorige Saison sensationell im Pokalfinale stand.

In Bestensee können Zuschauer zwar umlaufend um das Spielfeld sitzen, allerdings gibt es nur eine Tribünenseite. Statt Arenacharakter vermittelt die Halle das Flair einer besseren Schulturnhalle, was dem Masterplan der VBL entgegensteht. „Dafür ist die Stimmung bei uns explosiv. Wir wissen, dass die Dürener Volleyballer vor ein paar Jahren Straftraining mit Trommlern machen mussten, um sich auf ein Spiel bei uns vorzubereiten“, erzählt Wersinger.

Druck auf die Politik

Zum Berlin-Brandenburg-Derby haben die Volleyballer die Bürgermeister von Königs Wusterhausen und Bestensee in die Potsdamer Arena eingeladen. „Wir wollen mit einem schönen Spiel zeigen, dass Beachtung und Wertschätzung möglich sind. Das wäre ein gutes Signal, um den Druck auf die Politik zu erhöhen, eine schöne Multifunktionsarena in Bestensee oder KW zu erstellen. Da sind die Stadt und die Region Dahme-Spreewald gefordert“, meint Angreifer Westphal. Er weiß, dass hochwertige Livebilder und ein moderner VIP-Raum für eine nachhaltige Entwicklung des Klubs nötig sein werden.

Die Spieler der Volleys, von denen ein Großteil in Charlottenburg lebt, freuen sich unterdessen auf die kurze Anreise nach Potsdam. „Das kommt uns gelegen“, sagt Berlins Angreifer Ruben Schott. „Dass die Netzhoppers den Schritt in die große Halle wagen, ist cool. Wir freuen uns alle auf das Spiel.“