Berlin - Bei Hertha BSC gehen die Auseinandersetzungen vor der Präsidentschaftswahl weiter. Aufsichtsratschef Klaus Brüggemann wies die Kritik von Kandidat Kay Bernstein wegen der Nominierung von CDU-Politiker Frank Steffel für den Chefposten beim Berliner Fußball-Bundesligisten zurück. „Grundsätzlich finde ich es besser, wenn man miteinander anstatt übereinander redet. Aber es ist mir wichtig, mal etwas klarzustellen: Die Satzung sieht vor, dass der Aufsichtsrat Empfehlungen aussprechen kann“, sagte Brüggemann der „Bild“-Zeitung.

Bernstein, der wie Steffel Nachfolger des zurückgetretenen Werner Gegebenbauer als Hertha-Boss werden will, hatte zuvor moniert, dass der Aufsichtsrat mit der Parteinahme für Steffel seine Befugnisse überschritten habe. „Wenn Klaus Brüggemann das als einfaches Mitglied gemacht hätte, wäre das fein gewesen. Aber das als Wunschlösung des Aufsichtsrates vorzustellen, wird dem Aufsichtsrat nicht gerecht. Klaus Brüggemann führt da nicht Aufsicht, sondern er gestaltet. Damit überschätzt er seine Kompetenzen“, sagte Bernstein in einem Interview dem „Kicker“.

Der neue Hertha-Präsident wird bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag (26. Juni) gewählt. Die Nominierungsfrist lief in der Nacht zu diesem Sonntag, eine Woche vor der Wahl, ab. Eine offizielle Kandidatenliste hat die Hertha noch nicht veröffentlicht. Außer Bernstein und Steffel stellen sich auch das langjährige Präsidiumsmitglied Ingmar Pering sowie die als Außenseiter gehandelten Vereinsmitglieder Michael Baumgärtner und Marvin Brumme zur Wahl.

Am Sonntag plant die Initiative „Wir Herthaner“ um Bernstein ein Fan-Forum in Neukölln, bei dem über die Zukunft von Hertha BSC diskutiert werden soll.