So ein Ende hatte dieses Spiel nicht verdient. Mit 8,7 Sekunden auf der Uhr und drei Punkten Rückstand gab es bei eigenem Angriff zumindest noch die Chance auf den Ausgleich. Der Einwurf passte noch, der Folgepass ebenfalls, etwas wacklig war bereits das Anspiel auf Johannes Thiemann, ehe dessen Pass nicht den Weg zum Mitspieler, sondern ins Aus nahm. Einen Wurf gab es gar nicht.

Statt der Verlängerung und trotz langer Führung ging das Finalspiel für Alba Berlin bei Bayern München 70:74 verloren. „Wir haben uns am Ende dazu hinreißen lassen, uns mit den Pfiffen der Schiedsrichter zu beschäftigen“, sagte Kapitän Niels Giffey.

Einfache Punkte für Alba Berlin

Gerade einmal 114 Sekunden waren gespielt, da musste Dejan Radonjic bereits eine Auszeit nehmen. Bayern Münchens Trainer reagierte auf den Verlauf der Startphase, denn die lief genau so, wie sie Alba Berlin mag. Einfache Punkte nach Ballgewinnen, frühe Abschlüsse, auch wenn die Bayern in der Verteidigung schon wieder halbwegs sortiert waren. „Wir haben wirklich gut und schnell gespielt, gut verteidigt“, so Giffey.

Das mündete in einen 10:0-Start für sein Team, von dem sich die Münchner durchaus beeindruckt zeigten. Denn auch im eigenen Offensivspiel hatten die Gastgeber so ihre Probleme. Die Berliner legten eine hohe Intensität in der Verteidigung an den Tag. So brauchten die Bayern in fast jedem Angriff sehr lange, um überhaupt ihr System zu starten. Und dann entstanden daraus auch nur schwierige Würfe. Erst nach 3:31 Minuten konnten auch die Bayern ihre ersten Punkte zum 2:11 auf die Anzeigetafel bringen.

Spielfluss geht verloren

Doch suchten sie weiter ihren offensiven Rhythmus, schafften es zumindest diesen auch den Berlinern zu nehmen. Die Intensität in der Verteidigung ging bei den Münchnern nach oben. Und mit dem einzigen Bayern-Dreier des Viertels brachte Petteri Koponen sein Team kurz vor Ende der ersten zehn Minuten auf 18:22 heran. Hatte Alba Berlin zu Beginn der Partie Spielfluss zeigen können, war der nun verschwunden. Die Intensität beider Teams wurde in der Verteidigung weiter sehr hoch gehalten, auch daraus resultierten die acht Ballverluste, die Alba und Bayern jeweils nach knapp 13 Minuten unterlaufen waren.

Zudem gerieten die Berliner in Foulprobleme. Johannes Thiemann kassierte drei Fouls in 4:46 Minuten Einsatzzeit, auch Landry Nnoko, bis dahin mit zehn Punkten Albas auffälligster Spieler, musste aufgrund zweier Fouls lange auf der Bank sitzen. Mittlerweile war die Partie ausgeglichen, mit einer knapp 37:36-Führung gingen die Gäste in die Halbzeitpause.

Zerfahrenes Spiel, viele Fouls

Gerade die Berliner waren damit weit von ihrem Punkteschnitt aus den vorigen Play-offs entfernt. Daran sollte auch das dritte Viertel nichts ändern. Das mickrige 14:14 war der zahlenmäßige Beleg dafür, was die 6 500 Zuschauer zu sehen bekamen. Teilweise zerfahren, weiterhin viele Fouls, von den Leistungsträgern war auf beiden Seiten wenig zu sehen. Erfreulich aus Alba-Sicht dürften lediglich die zwei erfolgreichen Dreier von Rokas Giedraitis, der in den Play-offs noch nach dem Wurfglück sucht, gewesen sein.

Als aber der zuvor eher unsichtbar gebliebene Peyton Siva im vierten Abschnitt seine Tarnkappe absetzte, schickte sich Alba tatsächlich an, das erste Spiel der Finalserie zu klauen. Nur 2:07 Minuten benötigte der Aufbauspieler zu Beginn des letzten Viertels, um elf Punkte zu erzielen, knapp sechs Minuten vor dem Ende waren die Berliner plötzlich mit acht Zählern in Führung.

Doch sollte das nicht reichen. Hatte Alba die Partie mit einem 11:2-Lauf begonnen, so beendeten die Bayern das erste Spiel der Serie ihrerseits mit einem 11:2. Vermeidbar, hätte Alba am Ende den Faden nicht verloren.