Köpenick - Wer ist Unions Fanliebling? Die etwa 3000 Eisernen, die sich das offizielle Auftakttraining an der Alten Försterei voller Vorfreude anschauten, gaben einen klaren Hinweis, wem die Herzen in der neuen Saison zufliegen. Einer nach dem anderen wurden die 24 Kicker in der Reihenfolge ihrer Rückennummer auf den Platz gerufen – vor allem zwei wurden gefeiert. Vorher aber gab es ein Geburtstagsständchen.

Ehre, wem Ehre gebührt. Michael Parensen, der letzte verbliebene Aufstiegsheld von 2009, war gerührt, als er nun acht Jahre später die Treppen zum Rasen hochstieg und die Fans ihm lautstark zum 31. Geburtstag gratulierten. Für einen Podestplatz im Fanliebling-Ranking reichte es für den dienstältesten Union-Profi aber trotzdem nicht. Denn Steven Skrzybski stahl allen die Show. Und dafür musste der 24-Jährige nicht mal Faxen machen wie der stets zu Scherzen aufgelegte Sebastian Polter.

Tosender Applaus für Skrzybski

Als nämlich Athletiktrainer Martin Krüger aufgerufen wurde, ging Polters Daumen runter. „Buh, buh“, rief er lachend. Ja, Fitnessquäler sind unbeliebt. Aber der Stürmer weiß genau, dass jeder vergossene Schweißtropfen sein Gutes haben wird in der Saison, in der Union die Bundesliga anvisiert. Der Applaus für Polter (Nummer 9) war laut, der für Skrzybski (24) tosend.

In Gefahr geriet der inoffizielle Titel „Fanliebling“ nur, als die Nummer 37 den Platz betrat. Riesig war die Freude, dass Toni Leistner in der Sommerpause nicht das Glück in der Ferne gesucht hat, sondern den Eisernen treu geblieben ist.

Die vier Union-Neuzugänge hatten es schwerer

Die vier Neuen (Marcel Hartel, Peter Kurzweg, Marc Torrejon, Grischa Prömel) hatten es da schwerer, aber die Herzen der Union-Fans sind groß. Ein leises „Fußballgott“ bekamen auch sie zu hören.

Einen deutlichen Wettbewerbsnachteil in Sachen Fangunst hatte Simon Hedlund. Der Angreifer mit der Nummer 17 war der Erste, der in dem neuen Auswärtstrikot auftauchte. Das ungewohnte Gelb wollte bestaunt werden, aber schon beim nächsten (Damir Kreilach) waren alle Vorbehalte verflogen.

Dann kam Skrzybski – ebenfalls in Gelb. Kurzes Interview mit Stadionsprecher Christian Arbeit: „Deine Lieblingsfarbe!“ – „Ja.“ – „Steht dir.“ – Schweigen. Als Schalke-Fan ist ihm die Dortmunder Farbe nicht geheuer. Aber Hauptsache: Er ist Unioner. Schon immer. „Die wievielte Profisaison?“, fragte Arbeit. Skrzybski ist unsicher. Sechs? Sieben? Jubel. Es beginnt seine achte.