Union Berlin ist der Dino der zweiten Bundesliga, kein anderer Klub spielt so lange in dieser Klasse wie die Köpenicker. Und nach 14 Jahren wollen sie diese endlich einmal Richtung Erste Liga verlassen. Aber nach der ebenso spektakulären wie bitteren 3:4-Pleite am Freitagabend auf dem Betzenberg beim 1. FC Kaiserslautern erlebten die Aufstiegshoffnungen der Berliner mal wieder einen Dämpfer.

Zumal sich beim Aufwärmen Torjäger Sebastian Polter schwer verletzte und mit einem Achillessehnenriss den Köpenickern bis zum Saisonende fehlen wird. Die niederschmetternde Diagnose für den 26-Jährigen twitterte Union während der Pressekonferenz, wo Union-Trainer André Hofschneider schon ahnte: „Sebastian hat es schwerer erwischt, er wird wohl ein paar Monate fehlen.“ Auch Verteidiger Michael Parensen verletzte sich schwerer am Knie und wird wohl länger ausfallen.

Hartel und Gogia nicht im Kader

Der Abend in der Pfalz bedeutete also einen großen Rückschlag für die Aufstiegsambitionen der Unioner. Trainer Hofschneider meinte: „Einmal ist man im Aufstiegskampf, dann wieder im Abstiegskampf – so wird das noch ein paar Mal hin und her springen.“ Und: „Fußballtechnisch war das ein gutes Spiel, ergebnismäßig war es sehr schlecht.“ Im Rennen um Relegationsplatz drei kann sich keine Mannschaft absetzen, es bleibt ein kurioses Schneckenrennen um diesen Rang.

Für Polter war Simon Hedlund ins Team gerutscht, der Schwede, der ja auch angeschlagen war (Syndesmoseband) und in der Halbzeit wieder runter musste. Ohnehin war die Startelf-Aufstellung von Hofschneider nach dem 2:1 vom vergangenen Wochenende gegen Sandhausen überraschend. Für Innenverteidiger Toni Leistner gab es auf dem Betzenberg im 3-5-2-System zunächst keine Verwendung, für ihn startete Marvin Friedrich in der Dreierkette mit Marc Torrejón und Parensen. Im Mittelfeld startete Grischa Prömel als Achter, Marcel Hartel fehlte ebenso wie Akaki Gogia im Aufgebot.

Es sollte nach vorne gehen, erklärte Trainer Hofschneider seine personellen Änderungen. Doch den besseren Start im Schneegestöber auf schwierigem Geläuf hatten im Pfälzer Wald die Gastgeber. Schon nach sechs Minuten drosch Brandon Borello aus 25 Metern den Ball unter die Latte zur Führung für den FCK. Für den 1:1-Ausgleich benötigten die Berliner Lauterer Hilfe: Nach einer Freistoßflanke von Christopher Trimmel köpfte FCK-Stürmer Sebastian Andersson den Ball unbedrängt und zur Überraschung auch der 1000 Union-Fans unter den rund 20.000 Zuschauern zum 1:1 ins eigene Tor (36.). Der Schwede wird diesen Freitagabend wohl so schnell nicht vergessen. Nur fünf Minuten später nämlich traf er wieder per Kopf: Diesmal auf der richtigen Seite und nach einer Flanke von Borello.

Luftloch wird zum Vorteil

Auch der erneute Ausgleich für die Köpenicker fiel eher zufällig. Der für Hedlund zur Pause eingewechselte Dennis Daube fälschte die Kugel nach einem Schuss von Prömel so ab, dass Skrzybski am langen Pfosten nur noch einschieben musste (52.). Und Skrzybski war es auch, der zum dritten Mal den Ausgleich für die Berliner schaffte – zunächst trat der Offensive ein Luftloch, bevor er den Ball dann zum 3:3 unter die Latte jagte (82.); Christoph Moritz hatte den FCK zuvor mit 3:2 in Führung gebracht (66., Friedrich hatte Borello gefoult). „Es ist unheimlich bitter, wenn du auf dem Betze drei Tore schießt und dennoch als Verlierer nach Hause fährst“, ärgerte sich Skrzybski, der mit nun 13 Toren gemeinsam mit dem Kieler Marvin Duksch bester Torschütze der Liga ist. Das 3:4 schluckten die Berliner nach dem „einen Fehler zu viel“ (Trainer Hofschneider): Torwart Daniel Mesenhöler leitete den Siegtreffer der Pfälzer durch Philipp Mwene mit einem Fehlpass ein (86.).

Es war der negative Abschluss eines bitteren Abends für Union – die Eisernen verloren in der Pfalz ja viel mehr als ein Spiel.