BERLIN/KAISERSLAUTERN - Es waren keine guten Nachrichten, die Hertha BSC  in kurzer Folge erreichten. In der Nacht zum Sonntag meldete ein Reporter im ZDF-Sportstudio in seinem Bericht vom enttäuschenden Spiel der Berliner beim 1. FC Kaiserslautern, das 1:1 endete, Trainer Markus Babbel werde nach ZDF-Informationen seinen Vertrag in Berlin nicht verlängern.

Und am Sonntagmittag wurde Gewissheit, was viele bei Hertha befürchtet hatten: Innenverteidiger Maik Franz, 30, hat sich im Duell auf dem Betzenberg ohne gegnerische Einwirkung einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zugezogen. Franz soll noch in dieser Woche operiert werden und wird wahrscheinlich bis Saisonende ausfallen. Es sind also zahlreiche Probleme, die den Aufsteiger, der sich in der Mitte der Tabelle etabliert hat, derzeit belasten.

Wunderschönes Eigentor

Babbel aber reagierte am Sonntagvormittag, konfrontiert mit der  ZDF-Meldung, gelassen. „Ich habe gesagt, dass ich mich zu diesem Thema nicht mehr äußere.“ Ob denn  das ZDF etwa bessere Informationen habe als alle anderen, wurde der Trainer gefragt. „Nein“, ließ er sich entlocken. Ein wenig erinnerte die ZDF-Geschichte an ein Vorkommnis vom März 2007, als der Konkurrent ARD während eines DFB-Pokalspiels plötzlich ein Nachrichtenlaufband einblendete mit der Meldung: „Felix Magath ab 1. 7. Trainer bei Hertha BSC“. Diese Fehlmeldung war damals ungefiltert auf den Sender gegangen. Wie es aber um Babbel und dessen Vertragsverlängerung tatsächlich aussieht – wie wasserdicht die brisante ZDF-Meldung also ist – weiß derzeit nur  der 39-jährige Trainer selbst.

Der war mit der ersten Halbzeit beim 1:1 in Kaiserslautern  nicht zufrieden, hatte aber in der zweiten Halbzeit, „das gesehen, was ich sehen wollte. Meine Mannschaft hat gegen einen aggressiven  und robusten Gegner alles getan, um den einen Punkt zu retten.“ Der Tscheche Roman Hubnik war es, der nach sechs Minuten ein wunderschönes Eigentor per Flugkopfball fabrizierte. Raffael glich den Fauxpas mit seinem Treffer zum 1:1 nach 14 Minuten schnell aus. Danach passierte nicht mehr viel im Spiel der Berliner nach vorn. Viel zu selten sah sich  die Hertha in der Lage, den Ball einmal über mehr als drei Stationen flüssig durchzukombinieren, und auch die Feststellung von Andre Mijatovic, man habe „in der Defensive endlich mal gut gestanden“, lässt sich so nicht halten. Dafür kamen die Gastgeber zu oft zu gefährlich vor das Tor des fehlerlosen Thomas Kraft. „Gefühlt 200 Flanken“ hatte  Babbel ausgemacht. Ein paar andere statistische Angaben illustrierten das Spiel auch noch: 24 Mal schossen die Pfälzer in Richtung Berliner Tor, sechs Mal soll es laut Statistikbogen Schussversuche der Hertha gegeben haben, was eine freundliche Beweisaufnahme darstellt.