Basketballstar Dennis Schröder traut der deutschen Nationalmannschaft bei der Heim-EM viel zu. „Ich bin immer einer mit Ambitionen und jemand, der sehr hoch denkt. Aber im Endeffekt muss man von Spiel zu Spiel denken. Wir haben eine sehr gute Gruppe. Wir brauchen uns vor niemandem in Europa verstecken“, sagte Schröder am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Schröder, zuletzt bei den Houston Rockets in der NBA aktiv, hatte bereits erklärt, bei der EM für Deutschland spielen zu wollen. Als Ziel hat Bundestrainer Gordon Herbert für das Turnier (1. bis 18. September) eine Medaille ausgegeben. Die Deutschen treffen in der Vorrunde in Köln auf Titelverteidiger Slowenien, Frankreich, Litauen, Ungarn und Bosnien-Herzegowina. Die Endrunde wird in Berlin ausgetragen.

Ferner betonte Schröder, dass ihm seine NBA-Kollegen Daniel Theis (Boston Celtics), Moritz und Franz Wagner (Orlando Magic) sowie Isaac Bonga (Toronto Raptors) ebenfalls ihre Bereitschaft signalisiert hätten. Maxi Kleber (Dallas Mavericks) habe ihm gesagt, er habe Lust, müsse aber nach einer Knöchelverletzung gucken, „wie er sich fühlt“.

Grundsätzlich stellte Schröder fest: „Eigentlich sind alle committed. So ein Commitment brauchen wir auch von allen Spielern. Hart gesagt: Die Leute, die kein Commitment abgeben wollen, die sollen auch nicht kommen. Im Endeffekt wollen wir nur die Leute, die auch Bock drauf haben und 110 Prozent geben.“

Für Schröder wird es die zweite Heim-Europameisterschaft sein. „Wenn ich mich an die Spiele 2015 in Berlin zurückerinnere, bekomme ich jetzt noch Gänsehaut“, sagte er im Rückblick auf das letzte Turnier von Superstar Dirk Nowitzki. „Es war eine großartige Atmosphäre in der Arena, ganz Basketball-Deutschland hat hinter uns gestanden. Das erhoffe ich mir natürlich auch für die EM 2022, denn wir brauchen jede Unterstützung von den Fans. Ich kann es jedenfalls kaum erwarten, wieder in Deutschland vor heimischem Publikum in einer ausverkauften Arena zu spielen.“

In den kommenden Wochen auf dem Weg zur EM sei es wichtig, dass die Mannschaft sich mit ihren Einzelspielern aus den verschiedenen Vereinen schnell als Mannschaft finde und eine Chemie entwickele, wie es sie im vergangenen Sommer bei den Olympischen Spielen gegeben habe. Ohne Schröder hatte sich die deutsche Nationalmannschaft vor einem Jahr nicht nur für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert, sondern dort auch die Vorrunde überstanden. Diesmal will auch Dennis Schröder dabei sein, und ist „bereit, alles für Deutschland auf dem Parkett zu lassen“.