Weihnachten im Pyjama: Das erste Fest im Ausland für Albas Basketballerinnen 

Beef mit Kartoffelpüree wie in den USA gibt es trotzdem bei Maggie Mulligan und Laina Snyder. Am 23. und 30. Dezember treten sie mit Alba zu Punktspielen an.   

Laina Snyder (M.) hat mit ihrer Alba-Kollegin den Tannenbaum in Berlin geschmückt. 
Laina Snyder (M.) hat mit ihrer Alba-Kollegin den Tannenbaum in Berlin geschmückt. imago

Natürlich darf Maggie Mulligan sich den WG-Weihnachtsbaum für ein paar Tage ausleihen. Noch steht der Tannenbaum in der Alba-WG im Zimmer von Laina Snyder – so platziert, dass er beim Hereinkommen direkt ins Auge sticht. Weihnachten aber wird die Amerikanerin Snyder fernab ihres Tannenbaumes bei Freunden in Hamburg verbringen. Ihre Landsfrau und Mitbewohnerin Mulligan hingegen bleibt zu Hause, bekommt Besuch und deswegen auch den Baum.

Seit dem vergangenen Sommer spielen die jeweils 27 Jahre alten Sportlerinnen Laina Snyder und Maggie Mulligan Basketball für die Frauenmannschaft von Alba Berlin. Mehr noch: Im Zentrum Berlins teilen sich die beiden Berliner Leistungsträgerinnen eine Wohnung. Die Erfahrungen früherer Auslandsstationen und ein harmonisches Zusammenwohnen sorgen dafür, dass Heimweh dort in aller Regel kein Thema mehr ist. In der Weihnachtszeit allerdings, da ändert sich das zumindest ein wenig.

Maggie Mulligan (r.) aus Albas Frauen-Team feiert Weihnachten in der WG im Zentrum Berlins.
Maggie Mulligan (r.) aus Albas Frauen-Team feiert Weihnachten in der WG im Zentrum Berlins.imago/Thomas Heß

Zwei Spiele in der Frauen-Basketball-Bundesliga sind der Grund dafür, dass sich bei Snyder und Mulligan in diesem Jahr ein bisschen Schwermut in die weihnachtliche Besinnlichkeit mischen wird. Am Freitag (16 Uhr) empfangen Albas Basketballerinnen die Hannover Luchse in der Sömmeringhalle, einen Tag vor Silvester steht noch ein Auswärtsspiel in Saarlouis auf dem Plan. Dazwischen wird trainiert, sodass für einen Heimatbesuch zum Fest keine Zeit bleibt.

„Es ist meine erste Saison ohne Weihnachtspause, also auch mein erstes Weihnachten im Ausland“, sagt Snyder. Normalerweise feiert sie mit ihrer Familie daheim in Ohio. Stilecht und durchaus US-typisch werden dann am Morgen des 25. in Pyjamas die Geschenke ausgepackt. In diesem Jahr hingegen müssen ein gut einwöchiger Besuch der Familie in Berlin Anfang des Monats und Videocalls zum Fest reichen. Immerhin: Den besagten WG-Tannenbaum besorgte die Familie Snyder traditionsgemäß gemeinsam.

Und auch Maggie Mulligan wird an den Feiertagen zumindest eine Tradition fortführen: „Bei uns gibt es an Weihnachten immer ein großes Essen, Steak oder Beef mit Kartoffelpüree und Gemüse.“ Auch fernab der Familie werde sich daran nichts ändern, erklärt Mulligan. Anstelle von Laina Snyder wird allerdings Mulligans Partnerin, eine weitere US-Basketballerin in Deutschland, die ebenfalls keine Zeit für einen Heimatbesuch hat, mit am Essenstisch sitzen. Das laut Snyder „komische Gefühl“, die Feiertage nicht mit der Familie zu verbringen, kennt und erwartet auch Mulligan dennoch.

Abseits besonderer Anlässe wie dem Weihnachtsfest, das betonen die beiden Mitbewohnerinnen, sind die Zeiten des großen Vermissens der Heimat hingegen vorbei. Während es auch im Männerbasketball immer mal wieder Spieler gibt, die Auslands-Engagements abbrechen, weil sie sich fernab der Familie dauerhaft unwohl fühlen, sagt Mulligan: „Umso älter du wirst, desto weniger Heimweh hast du, wenn du im Ausland spielst.“ Laina Snyder stimmt erst zu und führt dann die Tatsache, dass sie mit ihrer Teamkollegin zusammenwohnt, als eine Erklärung hierfür an.

Am 26. Dezember wird bei Albas Basketballerinnen trainiert

Während Albas männliche Basketballer jeweils eine eigene Wohnung gestellt bekommen, ist das in Albas Frauenmannschaft, aber auch bei anderen europäischen Klubs, nicht die Regel. „Im Frauenbasketball ist es üblich, dass du mit einer Mitspielerin zusammenwohnst“, erklärt Mulligan. Mit Laina Snyder teilt sie sich zusätzlich zu ihrem eigenen Zimmer ein Wohnzimmer, eine Küche, zwei Badezimmer und einen Balkon. So wohnt das Duo zwar nicht in eigenen Wohnungen, hat aber dennoch viel Platz. „Man fühlt sich also auch mit einer Mitspielerin als Mitbewohnerin nie eingeengt“, sagt Mulligan. „Ich mag es sogar lieber, mit jemandem zusammenzuwohnen“, ergänzt sie nach einer kurzen Pause und Snyder fügt an: „Selbst, wenn man mal nicht miteinander redet oder jeder bei sich sein Ding macht, bist du nicht alleine und hast auch nicht das Gefühl, es zu sein.“

Und auch Weihnachten werden Laina Snyder und Maggie Mulligan zwar nicht bei ihren Familien und auch nicht miteinander verbringen, aber eben auch nicht alleine. Allzu lange wird die festliche Basketballruhe für das Duo ohnehin nicht andauern. „Wir bekommen den 24. und den 25. frei, haben am 26. aber ein spätes Training“, erklärt Mulligan. Auch das gehört zum Weihnachtsfest eines Basketballprofis.