Es soll wieder im Korb klingeln: Die Basketball-Bundesliga (BBL) plant die Wiederaufnahme des Spielbetriebs. 
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BerlinDie Basketballer gehen also einen anderen Weg. Die Saison soll mit zehn Mannschaften in zwei Fünfer-Gruppen fortgesetzt werden. Anschließend wird das Viertel- und Halbfinale sowie das Finale über Kreuz in einem angepassten Play-off-Modus ausgetragen. Diese Turnierform wird sich auf rund drei Wochen verteilen. Vorab werden Trainingszeiten einkalkuliert. Voraussetzung: Die Politik stimmt zu.

Die zehn Teams sind Alba Berlin, der FC Bayern München Basketball, die Riesen Ludwigsburg, die Merlins Crailsheim, die Baskets Oldenburg, Rasta Vechta, Brose Bamberg, BG Göttingen, ratiopharm Ulm und die Skyliners aus Frankfurt.  Es gibt keine Absteiger. Teilnehmern zufolge sollen zunächst neun Klubs gegen eine Fortsetzung gestimmt haben, zwei ließen sich aber umstimmen. Die Teams, die nun den Spielbetrieb fortsetzen, würden zu einem Turnier an einem noch zu bestimmenden Ort zusammenkommen. Dieser Austragungsort wird am kommenden Montag feststehen.

Anders als die Eishockeyspieler, Volleyballer und zuletzt Handballer möchte die Basketball-Bundesliga (BBL) ihre Saison beenden. Auch wenn das unter veränderten Rahmenbedingungen geschehen wird, ist das eine mutige Entscheidung. In einer Phase der Corona-Pandemie, in der der Ruf nach Lockerungen der Maßnahmen immer größer wird, kann niemand sagen, was richtig oder falsch ist. Das gilt auch für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs der BBL.

Einerseits ist es eine Entscheidung für eine Rückkehr zur Normalität. Auch wenn die Fans ihre Mannschaften erst einmal nicht mehr in den Hallen sehen können, so werden die Spiele übertragen. Spieler können wieder ihrem Sport und damit ihrer Arbeit nachgehen. Angestellte in den Vereinen bekommen wieder eine Perspektive aufgezeigt, Fernsehteams und Sportjournalisten können wieder ihre Arbeit aufnehmen, der Basketball bekommt eine größere Aufmerksamkeit. Gerade das scheint die Verantwortlichen der BBL und die 17 Bundesliga-Vereine am meisten überzeugt zu haben. In den vergangenen Wochen haben sie sich intensiv mit allen Szenarien beschäftigt, auch mit einem vorzeitigen Abbruch der Saison. Doch sehen sie in einer Fortsetzung - auch ohne Publikum - offenbar eine große Möglichkeit sich zu präsentieren.

Nun geht es allerdings um die Umsetzung. Denn über allen Worten und Entscheidungen schwebt weiterhin die große Ungewissheit. Spieler, die aus Verträgen entlassen wurden, müssen mit einem Arbeitspapier versehen werden. Spieler, und das sind gerade im Basketball nicht wenige, die Deutschland verlassen haben und ihre Heimat zurückgekehrt sind, um bei ihren Familien zu sein, müssen erst einmal wieder zurückkommen. Noch immer müssen sie sich nach ihrer Einreise in 14-tägige Quarantäne begeben und können nach ihrer Rückkehr nicht sogleich mit der Mannschaft trainieren. Da der Spielbetrieb seit Mitte März unterbrochen ist, wächst damit der Trainingsrückstand für die meisten Akteure auf zwei Monate an. Zudem ist es um die Fitness der einzelnen Spieler ganz unterschiedlich bestellt, da sie in ihrer Heimat teilweise noch ganz andere Beschränkungen als in Deutschland hatten.

Und doch ist die BBL zur Entscheidung gekommen, dass sie ihre Saison beenden möchte, dass sie eine Möglichkeit gefunden hat, in der auch die Gesundheit der Spieler und aller Beteiligten nicht gefährdet wird. Ein Restrisiko lässt sich bei allen Überlegungen nicht ausschließen, man versucht es zu minimieren. Da es eine Situation wie die aktuelle aber noch nie gegeben hat, weiß niemand, ob die Saison auch tatsächlich bis zum Ende gespielt werden kann oder ob man nach wenigen Spielen nicht doch noch abbrechen muss, weil es unter den veränderten Rahmenbedingungen nicht funktioniert. Die Basketballer aber wollen es probieren und zeigen Mut.