Spiel gegen Tel Aviv: Zwei israelische Spieler sollen Albas Negativserie beenden

Alba Berlin ist Schlusslicht in der Euroleague. Für das Spiel gegen Tel Aviv haben die Basketballer jedoch zwei Asse im Ärmel. Sie kennen Maccabi bestens.

Yovel Zoosman (l.) und Tamir Blatt (r.) während des Alba-Trainings.
Yovel Zoosman (l.) und Tamir Blatt (r.) während des Alba-Trainings.imago/camera4+

Alba Berlin will die Niederlagenserie in der Königsklasse des europäischen Basketballs stoppen. Knappe und bittere Niederlagen in Monaco, Bologna oder zu Hause gegen Barcelona und Belgrad wechselten sich mit krachenden Bauchlandungen wie gegen Fenerbahce Istanbul ab. Fest steht: Seit dem Sieg gegen Panathinaikos Athen Mitte Oktober hagelte es elf Niederlagen am Stück. Alba ist Tabellenschlusslicht in der Euroleague. Der Play-off-Einzug rückt damit in weite Ferne. Beim letzten Euroleague-Heimspiel in diesem Jahr soll der Turnaround geschafft werden. Und Alba hat zwei Asse im Ärmel.

Eigentlich wollten die Berliner im Frühjahr kommenden Jahres mindestens auf dem achten Platz der Eurolegaue-Tabelle stehen und nicht – wie zurzeit – das Schlusslicht der Eliteliga sein. Der kommende Gegner Maccabi Tel Aviv befindet sich genau auf dem Rang, auf dem Alba stehen wollte. Besonders für die beiden israelischen Nationalspieler im Alba-Kader – Spielmacher Tamir Blatt und Flügelspieler Yovel Zoosman – wird es ein besonderes Spiel. Oder doch nicht? Schließlich trainierte Blatts Vater, David, Maccabi Tel Aviv über mehrere Jahre, während Zoosman sechs Jahre für den israelischen Klub auf dem Parkett stand und dabei dreimal die Meistertrophäe gewann.

Keine Extratipps vom Vater

„Es ist aufregend gegen ein Team aus Israel zu spielen, obwohl ich gegen Maccabi schon viele Duelle hatte“, sagt Blatt. Der Point Guard war im Gegensatz zu „Zoos“ – wie Zoosman von Teamkollegen genannt wird – nie Spieler von Maccabi Tel Aviv, hatte in seiner Karriere jedoch schon aufregende Duelle gegen den israelischen Basketballprimus. Bevor Blatt zu Alba kam, stand er bei Hapoel Tel Aviv, Hapoel Holon und Hapoel Jerusalem unter Vertrag.

Auch vom Vater gab es keine Extratipps, schließlich liegt seine Zeit als Maccabi-Trainer schon mehr als acht Jahre zurück. „Wir schreiben jeden Tag, und er will, dass ich gut performe, unabhängig vom Gegner“, sagt Blatt. Wichtig für die Albatrosse sei es, wieder in die Siegerspur zu gelangen und da ist es sekundär gegen wen.

Tamir Blatt soll mit seinen Drei-Punkte-Würfen Alba zum Sieg gegen Maccabi Tel Aviv verhelfen.
Tamir Blatt soll mit seinen Drei-Punkte-Würfen Alba zum Sieg gegen Maccabi Tel Aviv verhelfen.IMAGO/Tilo Wiedensohler

Für den 1,97 Meter großen Zoosman sieht das Verhältnis zu Maccabi Tel Aviv etwas anders aus. Nur wenige Kilometer von der israelischen Küstenstadt ist er 1998 zur Welt gekommen, beim kommenden Gegner hatte er seine ersten Schritte im Profibasketball, später wurde er Israelischer Meister und Pokalsieger. „Das sind alles tolle Momente, tolle Erinnerungen, aber das liegt in der Vergangenheit“, sagt Zoosman. Seine Konzentration liege derzeit bei Alba und darauf, wie man das angehende Spiel erfolgreich gestalten könne.

„Mein jetziges Zuhause ist Alba“

Das Verhältnis zu seinem ehemaligen Arbeitgeber scheint sich seit seinem Wechsel vor anderthalb Jahren verändert zu haben. „Mein jetziges Zuhause ist Alba“, sagt er. Auch bezüglich der Spielvorbereitung wird der ehemalige Maccabi-Spieler sich nicht ins Zentrum stellen. „Seit meinem Abgang hat sich Maccabi grundlegend verändert, ich glaube, kein Spieler von damals ist heute im Kader“, so Zoosman. Vielmehr geht es „Zoos“ darum, sich auf sich selbst zu fokussieren, aggressiv zu spielen und 40 Minuten positiv zu bleiben.

Durch den Teamspirit will Alba zurück auf die Siegerstraße. „Wir sind gemeinsam durch Hochs und Tiefs gegangen, die Hoffnungen auf einen Sieg sind groß bei uns“, sagt Blatt. Da spielt das spezielle Verhältnis der beiden israelischen Nationalspieler zum Gegner keine große Rolle. Auch für den Alba-Trainer Israel González wird es ein Spiel wie jedes andere sein. „Vielleicht wird es für die beiden doch etwas Besonderes sein, aber am Ende müssen sie – wie immer – so gut spielen wie möglich.“

Alba will gegen Maccabi Tel Aviv zurück in die Erfolgsspur.
Alba will gegen Maccabi Tel Aviv zurück in die Erfolgsspur.imago/camera4+

Besonders das hohe Level in der Euroleague bereitet dem Coach Kopfschmerzen. „Wir brauchen 100 Prozent, dann haben wir Chancen, dieses Spiel zu gewinnen. Wir haben Vertrauen in uns und auch die Teamchemie stimmt“, sagt González und hofft auf den vierten Sieg der Euroleague-Saison.

Alba erwartet ein physisch betonter Gegner, der mit Lorenzo Brown einen Topmann der vergangenen EM im Kader hat und der auch in der Berliner Arena kein Unbekannter ist. Brown hatte mit seinen 29 Punkten fast im Alleingang im Halbfinale den Titeltraum von Schröder, Lo und Co. beendet.

Die Gesamtstatistik verdeutlicht, dass Alba gegen Tel Aviv nur Außenseiter ist. In 14 Partien gewannen die Berliner nur zwei Spiele. Immerhin hatten sie beim bisher letzten Aufeinandertreffen in der Arena am Ostbahnhof die Nase vorn. Im November 2021 gewannen sie die intensive Partie überraschend mit 91:86. Da der damals beste Berliner Werfer Marcus Eriksson (19 Punkte) weiterhin verletzungsbedingt fehlt, lastet die Verantwortung auf mehreren Schultern. Besonders Blatt und Zoosman wollen gegen die Israelis glänzen.