Nächste Botschaft nach München: Der Titel geht nur über Alba Berlin

Im vierten Spiel in acht Tagen findet der deutsche Meister noch einmal die Energie, die Tabellenführung in der Bundesliga zu übernehmen.

Mit seinem spektakulären Block gegen TJ Shorts setzte Alba Berlins Louis Olinde (r.) ein wichtiges Signal beim Sieg gegen Bonn.
Mit seinem spektakulären Block gegen TJ Shorts setzte Alba Berlins Louis Olinde (r.) ein wichtiges Signal beim Sieg gegen Bonn.Imago/Camera4+

Es ist schon ein Weile her. Damals, als Alba Berlin noch regelmäßig in der Max-Schmeling-Halle spielte und regelmäßig deutscher Meister wurde, war es ganz selbstverständlich, dass die Mannschaft auch regelmäßig Tabellenführer in der Hauptrunde der Bundesliga war. Die Zahlen dazu: Zwischen der Saison 1998/99 und 2008/09 hieß der Spitzenreiter am Ende der Hauptrunde stets Alba Berlin, einmal, 2000/01, hatten die Berliner sogar nur eins von 26 Spielen verloren. Im Selbstverständnis eines späteren deutschen Meisters gehörte es zu dieser Zeit oder Anfang der 2010er-Jahre mit Bamberg dazu, dass man auch in der regulären Spielzeit die Liga dominiert und anführt.

Alba Berlin setzt ein deutliches Zeichen

Diese Dominanz schien sich vor wenigen Jahren mit den Basketballern des FC Bayern fortzusetzen, bis Alba Berlin – nach zwei Titeln der Münchner (2018 und 2019) – seinerseits drei Meisterschaften in Folge gewann. Aber: Im Vergleich zu früheren Zeiten waren die Berliner dabei nur einmal auch das beste Team der regulären Saison. Dass sich Alba am Sonntag mit dem umkämpften 81:76-Sieg gegen Bonn nach 14 Spieltagen die Tabellenführung in der Bundesliga geholt hat, ist gar nicht mehr so selbstverständlich, aber doch ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz – vor allem an den großen Rivalen aus München –, dass der Titel auch in dieser Spielzeit nur über Alba Berlin gehen wird.

Innerhalb von acht Tagen wurde nicht nur Bonn, sondern auch München in der Bundesliga und Mailand in der Euroleague geschlagen. Zudem unterlag die Mannschaft um Louis Olinde nur knapp gegen Real Madrid, den Tabellenführer der europäischen Königsklasse. „Es zeigt, wie tief unser Kader ist, und schafft Selbstvertrauen in die eigene Leistung“, so der Flügelspieler nach dem Sieg gegen Bonn.

Louis Olinde verändert das Spiel

Nach einer kurzen Zwangspause gegen Mailand und Madrid war Olinde gegen die Baskets wieder dabei und die Verkörperung der Tiefe des Kaders. Nach seiner Kapselverletzung erhielt er mit elf Minuten nach Jonas Mattisseck die wenigste Einsatzzeit, war aber genau das eine Element im Berliner Spiel, auf das der Gegner keine Antwort fand. 

Alba Berlin hat es in den vergangenen Jahren hinbekommen, mit der Doppelbelastung aus je 34 Spielen in Bundesliga und Euroleague umzugehen. Aufgrund des kaum veränderten Kaders haben die Spieler in nahezu jeder möglichen personellen Konstellation auf dem Feld gestanden und sind damit auf nahezu jeden Ausfall und auf Duelle wie gegen Bonn mental vorbereitet. „Das sind die Spiele, die du gewinnen musst. Da ist dann die Kraft da“, sagt Johannes Thiemann. „Wir haben in der vergangenen Saison gemerkt, wie wichtig diese Spiele sind.“ Weil es sich als Tabellenführer der Hauptrunde in den Play-offs leichter spielt. Das war schon Ende der 90er-Jahre nicht anders.