Auf einmal ging alles ganz einfach. Pass von Martin Hermannsson unter den Korb, ein freier Korbleger von Rokas Giedraitis. Von Ulmer Gegenwehr war knapp drei Minuten vor dem Spielende nicht mehr viel zu sehen. Zu deutlich war der Rückstand für die Gastgeber wieder geworden. Die Köpfe auf Seiten der Gastgeber gingen runter, die Spieler von Alba Berlin dagegen hatten jetzt Spaß am Spiel. Selbst Jonas Mattisseck durfte nochmal für ein paar Minuten aufs Feld, traf noch einen Dreier. Am Ende wurde Spiel zwei mit 98:83 deutlich gewonnen.

Da war es auf einmal auch zu verschmerzen, dass in Peyton Siva erneut der etatmäßige Aufbauspieler verletzungsbedingt passen musste. Wie bereits beim Auftaktsieg in der Viertelfinalserie startete das Duo Martin Hermannsson und Derrick Walton im Berliner Aufbau. Eine Kombination, die sich abermals sehr gut an die Vorgaben des Trainerteams hielt. Walton gab erneut den Regisseur, verteilte bereits im ersten Viertel drei Assists, Hermannsson sammelte fleißig Punkte.

Berliner mit hohem Tempo

Wie schon im ersten Spiel starteten die Berliner mit sehr viel Energie und hohem Tempo. Ein Erfolgsrezept, dass sich nach knapp neun Minuten auch auf der Anzeigetafel ablesen ließ: Nach Martin Hermannssons Korberfolg lag Alba mit 23:13 in Führung. Das sah deutlich aus, hätte aber auch noch komfortabler sein können. Gerade im Fastbreak ließen zuvor Walton und Johannes Thiemann Punkte liegen. Nachlässigkeiten, die von Ulm bestraft wurden. Viertelübergreifend packten die Gastgeber einen 12:0-Lauf aus und machten damit aus einem 13:23-Rückstand eine 25:23-Führung.

Eine Partie, die Alba Berlin eigentlich im Griff hatte, war nun ausgeglichen. Die Gastgeber gingen physisch zu Werke und Alba hatte damit Probleme. „Ulm hat uns das Leben sehr schwer gemacht“, sagte Berlins Co-Trainer Thomas Päch in der Halbzeitpause. Mit 47:43 lag Alba zu diesem Zeitpunkt immerhin in Führung. „Wir müssen unser Spiel machen, das Tempo hoch halten“, lautete die Forderung von Thomas Päch an die Mannschaft. Die benötigte aber auch nach dem Seitenwechsel ein paar Minuten, um das umzusetzen.

Korbleger von Nnoko

Im Stil einer Spitzenmannschaft der Liga aber ließen sich die Berliner davon nicht verunsichern und warteten auf Fehler des Gegners. Genau die schlichen sich gegen Ende des dritten Viertels wieder ein und Alba Berlin bestrafte das gnadenlos. 89 Sekunden vor dem Ende des Abschnitts waren die Gäste nach einem Korbleger von Landry Nnoko beim Stand von 67:56 wieder zweistellig in Führung.

Und die sollten sie bis zum Ende nicht mehr hergeben, konnten den Sieg kontrolliert nach Hause bringen. Aber: „Es war ein sehr hartes Spiel, Ulm hat es richtig gut gemacht“, sagte Martin Hermannsson. 23 Punkte machte der Isländer, war treffsicherster Spieler und hofft darauf, die Serie am Sonntag in eigener Halle mit 3:0 zu gewinnen.