Baumgartl über Krebs-Erkrankung: „Als Person weitergebracht“

Der in diesem Jahr an Hodenkrebs erkranke Timo Baumgartl von Fußball-Bundesligist Union Berlin blickt mit gemischten Gefühlen auf 2022 zurück. „Es war ein Ja...

ARCHIV - Berlins Timo Baumgartl jubelt nach einem Treffer.
ARCHIV - Berlins Timo Baumgartl jubelt nach einem Treffer.Andreas Gora/dpa/Archivbild

Berlin-Der in diesem Jahr an Hodenkrebs erkranke Timo Baumgartl von Fußball-Bundesligist Union Berlin blickt mit gemischten Gefühlen auf 2022 zurück. „Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen“, sagte der Innenverteidiger dem TV-Sender Sky. Der Krankheit könne er sogar etwas Positives abgewinnen, weil er als Persönlichkeit gereift sei. „Man lernt sich selbst und seinen eigenen Willen kennen. Man lernt auch, sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen. Das sind harte Momente“, erklärte Baumgartl. „Ich glaube, dass es mich als Person weitergebracht hat, auch wenn das komisch klingt.“

Der 26-Jährige hatte im Mai nach einer Routineuntersuchung die Diagnose Hodenkrebs erhalten. Ihm wurde daraufhin ein Hoden operativ entfernt, zudem musste er sich einer Chemotherapie unterziehen. Bereits am 18. September feierte Baumgartl beim 2:0-Heimsieg gegen Wolfsburg sein Pflichtspiel-Comeback. „Gänsehaut. Es war so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Dieser Moment, der wird mich mein Leben lang begleiten“, sagte er. „Auch jetzt, wenn ich daran zurückdenke, fehlen mir wieder die Worte. Das ist einfach mein Moment für 2022.“

Es sei immer sein Ziel gewesen, „schnellstmöglich wieder in der Bundesliga zu sein. Das noch nicht alles so funktionieren kann, war mir klar, weil der Körper erst mal die ganzen Giftstoffe rausbekommen muss.“ Er merke, dass ihm die „normale Vorbereitung“ gut tue. Union ist an diesem Donnerstag mit 30 Profis in den zweiten Teil der Wintervorbereitung gestartet. Er sei zuversichtlich, wieder sein altes Leistungsniveau zu erreichen, „welches ich vor der Erkrankung hatte“, erklärte Baumgartl.

Über seine nähere sportliche Zukunft hat sich der gebürtige Schwabe nach eigener Aussage noch keine Gedanken gemacht. Im Sommer werde sich zeigen, „ob ich bei Union bleibe, zurückgehe oder ob ich zu einem anderen Verein wechsle“, sagte Baumgartl. „Wir werden uns sicherlich im März mal zusammensetzen und dann entscheiden, was das Beste für mich und die Vereine ist.“ Baumgartl ist derzeit vom niederländischen Club PSV Eindhoven an Union ausgeliehen.