Berlin - Im Zusammenhang mit der Verweigerung des Startrechts für den FC-Bayern-Flieger vom BER nach Doha hat Karl-Heinz Rummenigge nun einen Verdacht geäußert. In einer Bild-Videoschalte teilte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters mit, dass man den Eindruck habe, dass da in Brandenburg „irgendeiner“ ist, „der den FC Bayern nicht mag oder irgendein Problem mit dem FC Bayern hat und dementsprechend uns Hürden in den Weg gestellt hat“. Wobei es - das nur am Rande - schon ein paar mehr geben dürfte, und das nicht nur in Brandenburg, die den Bayern in ablehnender Haltung gegenüberstehen. 

Dieser „irgendeine“ soll jedenfalls schuld daran sein, dass der Tross des FCB nach dem Ligaspiel bei Hertha BSC die Nacht von Freitag auf Sonnabend im Flugzeug verbringen musste und erst mit reichlich Verspätung bei der Klub-WM in Katar aufkreuzte. Von „einer lächerlichen Nummer“ sprach der 65-Jährige, weil man mit einer Startfreigabe ja nur um ein paar wenige Minuten gegen das für den BER geltende Nachtflugverbot verstoßen hätte.

Killer-Kalle geht in Rente

Rücksicht wäre angebracht gewesen, so der Bayern-Boss, weil der FCB  „als deutscher Verein für unser Land“ in Doha antreten und ein Titelgewinn „der Bundesliga und damit auch unserem Land nicht schlecht zu Gesicht stehen“ würde. Wobei das Turnier  - aber auch das nur am Rande - schon für sich eine lächerliche Nummer ist und die Austragung in Zeiten von Corona gar als Skandal bewertet werden muss.

Aber so haben wir Rummenigge ja auch in gewisser Weise zu schätzen gelernt. Nicht als irgendeinen, sondern als denjenigen, der in den vergangenen Jahren immer wieder munter drauf lospolterte, als polarisierende Frontfigur, die immer im Sinne der Bayern argumentierte und dabei geflissentlich die Perspektive der anderen außer Acht ließ. Rummenigge hat die mitunter anmaßende „Mia-san-mia-Überzeugung“ mindestens genauso eindrucksvoll verkörpert wie Uli Hoeneß, war dabei aber bei weitem nicht so charmant und volksnah wie sein langjähriger Mitstreiter. Am 1. Januar 2022 geht Rummenigge in Rente, Oliver Kahn wird seinen Job übernehmen. Und ja: Killer-Kalle, der es vom fußballspielenden Banklehrling zum einflussreichsten deutschen Fußballfunktionär geschafft hat, wird uns fehlen.