Berlin. Als Kapitän Philipp Lahm stolz den DFB-Pokal in die Höhe reckte, schimmerte im goldenen Konfettiregen die Silhouette von Uli Hoeneß durch.

Der Präsident blickte im Berliner Olympiastadion nach dem historischen Triple aus einigen Metern Entfernung auf seine Bayern - und wenig später beobachtete er die wilde Feierei von Mannschaft und Trainer Jupp Heynckes vor der Fankurve. Hoeneß lächelte glückselig und sah aus wie ein Vater, der seinen übermütigen Kindern beim Spielen zuschaut.

In der seit Wochen belastenden Steueraffäre sind Stunden wie die vom Samstagabend beim 3:2 gegen den VfB Stuttgart besondere Glücksmomente für den Vereinspatron, der von der Fankurve wiederholt mit lautstarken «Uli-Hoeneß-du-bist-der-beste-Mann»-Rufen bejubelt wurde.

«Als die Kurve gerufen hat, habe ich sein Gesicht gesehen. Er war stolz», berichtete Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge beim nächtlichen Bankett und stand auf der Bühne Arm und Arm mit dem «Architekten» des FC Bayern. «Es waren schwere Wochen für unseren Freund, aber wenn eine Bastion überlebt, dann ist es der FC Bayern. Das ist auch eine Bastion, auf die ich stolz und glücklich bin.» Der Beifallssturm der Edelfans tat Hoeneß sichtlich gut. (dpa)