München - Bayern Münchens Fußballerin Giulia Gwinn wünscht sich mehr Geschlechtergerechtigkeit im deutschen Fußball und verweist auf positive Beispiele aus Spanien oder Frankreich.

„Der Fokus liegt viel mehr auf der gemeinsamen Vermarktung mit den Männern. Da werden kaum Unterschiede gemacht. In Barcelona hängen zum Beispiel im Camp Nou Bilder von Männern und Frauen, da wird auch im Stadion der ganze Verein gelebt“, sagte die 22 Jahre alte Nationalspielerin im Interview dem Magazin „Sports Illustrated“.

Deutschland „etwas hinterher“

Das Frauen-Team des FC Barcelona hatte sein Champions-League-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg zuletzt im heimischen Camp Nou vor einer Rekordkulisse von 91.648 Fans gespielt. „Gefühlt sind volle Stadien in England und Spanien schon normaler geworden - auch in der Liga oder im Pokal. Wir laufen da aktuell etwas hinterher, weil der Prozess in anderen Ländern früher und konsequenter angestoßen wurde“, befand Gewinn.

Ihrer Meinung nach ist die Gesellschaft in anderen Ländern womöglich offener für neue Entwicklungen. „Bei uns nehme ich immer noch sehr viele Vorurteile wahr, die wir seit Jahren versuchen, aus dem Weg zu räumen“, sagte Gwinn.

Dennoch sieht die Mittelfeldspielerin auch im deutschen Frauenfußball eine positive Entwicklung. „Wir machen Schritte nach vorne. Im Champions-League-Viertelfinalhinspiel haben wir erstmals in der Allianz Arena gespielt, vor 13 000 Zuschauern gespielt“, sagte Gwinn. Das sei ein Zeichen und Werbung für eine Wiederholung gewesen.