Berlin - Johannes Thiemann zumindest mal wieder an der Freiwurflinie, Christ Koumadje sogar bereits im Trainingsspiel und spektakulär bei einem Alley-oop-Dunk: Die Videos in den sozialen Netzwerken haben den Fans von Alba Berlin in dieser Woche gefallen. Wenngleich Israel Gonzalez davon sprach, dass ein Einsatz von beiden Centern am Freitag (19 Uhr) beim Spiel in Belgrad wohl noch zu früh komme, so schüren diese Videos doch die Hoffnung bei den Anhängern des Deutschen Meisters auf eine baldige Rückkehr. Aber: „Große Spieler wie er brauchen mehr Zeit, den Körper wieder gut zu bewegen“, sagt der Alba-Cheftrainer gerade mit Blick auf Koumadje.

Christ Koumadje verpasst fast die komplette Vorbereitung

Der 2,21 Meter große Center ist zwar wieder gesund und trainierte die komplette Woche voll mit der Mannschaft, hat aber auch einen sehr großen Nachholbedarf. Die nahezu komplette Vorbereitung auf die laufende Saison hat er verpasst. Nachdem er erst zu Beginn des Jahres spät verpflichtet und langsam an das Alba-System herangeführt wurde, hatte man eigentlich genau auf diese Vorbereitungszeit im Sommer gesetzt und sich dabei eine große Entwicklung beim Mann aus dem Tschad erhofft. Jetzt muss er also wieder in ein Team integriert werden, dass sich nach einem personellen Wechsel ohnehin noch in der Findungsphase befindet.

Doch anders als in der vergangenen Saison, als Alba Berlin durch die Dreifachbelastung aus Bundesliga, Euroleague und Pokal nahezu kaum Zeit zum Luftholen und gemeinsamen Training hatte, gibt es in dieser Spielzeit zumindest ein paar Zeitfenster, um sich vom Marathon der vielen Partien zu erholen und zu regenieren. Aber auch, um gewisse Dinge und Abläufe zu verbessern. „So kann man auch mal durchatmen und analysieren, wie es gelaufen ist und Dinge verbessern“, sagt Louis Olinde.

Beim ersten Sieg in der Euroleague gegen Fenerbahce Istanbul und der knappen Niederlage gegen Baskonia Vitoria, aber auch beim deutlichen Bundesliga-Erfolg in Oldenburg waren zuletzt positive Entwicklungen im Spiel des Deutschen Meisters zu sehen. „Wir spielen Schritt für Schritt besser und sammeln mehr Vertrauen. Da ist ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen“, sagte Flügelspieler Olinde vor dem Auswärtsspiel am Freitag.

Hitzige Atmosphäre bei Roter Stern Belgrad

Dabei muss sich Alba Berlin auf sehr emotionales Publikum einstellen. „Uns erwartet eine hitzige Stimmung in Belgrad. Wir müssen lernen, ruhig zu bleiben, nur ans Basketballspielen zu denken und alles um uns herum zu vergessen“, sagt Israel Gonzalez, „so oder so wird die Partie in Belgrad eine schwere Aufgabe, weil Roter Stern bereits gut in Form ist und zu den Teams mit der besten Verteidigung in der Euroleague zählt.“ Und weil er zwar immerhin wieder im Training mehr Spieler zur Verfügung hat, aber auch in Belgrad noch nicht auf den kompletten Kader zurückgreifen kann.