Berlin - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat nicht, wie Innensenator Andreas Geisel es jüngst hoffnungsvoll formulierte, in der Stadionfrage „ein Auge zugedrückt“. Wenig überraschend bekam Drittliga-Aufsteiger Viktoria Berlin vom DFB nicht sofort eine Lizenz. „Erwartungsgemäß haben wir noch ein, zwei Hausaufgaben zu erledigen, die uns aber nicht als unlösbar erscheinen“, sagte Viktorias Geschäftsführer Peer Jaekel dem Kicker: „Wir gehen fest davon aus, dass wir die Drittliga-Lizenz erhalten werden.“

Die Berliner hatten am Dienstag Post vom DFB erhalten. Der Erstbescheid im Lizenzierungsverfahren war jedoch negativ. Viktoria ist weiterhin auf der Suche nach einer geeigneten Spielstätte, da das bisherige Stadion Lichterfelde den Drittliga-Anforderungen nicht genügt. Diese Spielstätte und das Mommsenstadion im Stadtteil Charlottenburg hatte der Klub in den bis zum 1. März einzureichenden Unterlagen als Austragungsorte genannt.

Nun erhielt Viktoria laut Jaekel vom DFB die entscheidenden Hinweise und Auflagen, „was im Mommsenstadion passieren muss“. Am Donnerstag gab es weitere Beratungen mit dem Berliner Senat. Das Mommsenstadion kristallisiert sich dabei als „wahrscheinlichstes Szenario heraus“, sagte Jaekel: „Wir können bis zum Saisonstart kein temporäres Stadion errichten. Jetzt gilt es zu erarbeiten, wie sich das Mommsenstadion für die nächste Saison ertüchtigen lässt, zudem müssen mittel- und langfristige Pläne erarbeitet werden.“

Das Präsidium des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) hatte die Berliner nach dem Saisonabbruch in der Regionalliga Nordost zum Aufsteiger erklärt. Tabellenführer Viktoria hatte in elf Spielen elf Siege erkämpft und wird nach dem 1. Union und Hertha BSC in der kommenden Saison die dritte Profifußball-Mannschaft in Berlin.